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28.05.2012

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Fluten in Bangkok (Foto: REUTERS)
Hochwasser in Thailand: Wer gehen kann, der geht
Hochwasser in Thailand

Wer gehen kann, der geht

Tausende Menschen sind nach neuen Warnungen vor einer Verschlimmerung der Hochwasserlage in Bangkok geflüchtet. Der Gouverneur der Stadt hatte gestern die Bewohner von zwei bereits teilweise überschwemmten Bezirken zur Evakuierung aufgefordert.

Von Udo Schmidt, ARD-Hörfunkstudio Singapur

Wer kann, verlässt Bangkok. Es ist ein Massen-Exodus, schreibt die "Bangkok Post". Und auch wenn das etwas übertrieben scheint, klar ist, alle Bewohner der besonders gefährdeten Viertel im Norden und Westen Bangkoks bringen sich in Sicherheit. Das Motto lautet: raus aus der Hauptstadt. Alle Hotels in Richtung Küste, in Pattaya etwa, sind ausgebucht, Überlandbusse fahren deutlich überladen.

Überflutung in Bangkok (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Auch die Palastanlage in Bangkok ist bereits teilweise überflutet. ]

Wer kein Busticket hat, versucht, von einem der Lkw mitgenommen zu werden, die zur Evakuierung eingesetzt werden. Ein alter Mann ist verzweifelt, seine Frau und er wurden nicht mitgenommen: "Wir haben keinen Platz mehr auf dem Lastwagen bekommen. Jetzt sollen wir noch mal eine Stunde warten."

Regierung verbreitet Schreckensprognosen

Fluten in Bangkok (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Der Pegel des Chao Praya steigt stetig. ]
50 zu 50 stehen die Chancen, dass Bangkok auch im Zentrum überflutet werde, hatte Thailands Premierministerin Yingluck Shinawatra orakelt. Eine nachvollziehbare Basis für diese Einschätzung gibt es allerdings nicht. Sie trägt nur zur weiteren Verunsicherung der Menschen bei. Bangkoks Gouverneur Sukhumband Paribartra ist pessimistischer: Nichts könne die Innenstadt mehr schützen, sagt er, wenn der Chao Praya Samstagabend seinen Höchststand erreicht, wenn zum Hochwasser aus dem Norden die Flut aus dem Golf von Thailand kommt. 2,65 Meter erwartet das Königlich-thailändische Hydrographische Institut. Die Flutmauern sind 2,50 Meter hoch.

Lebensmittel werden knapp

Wer in Bangkok bleibt, deckt sich ein mit allem ein, was die Supermarktregale noch hergeben. Viel ist das nicht mehr. Im Distrikt Bang Phlad, ganz nah an der Innenstadt, hat  Mantanee Chewaprapan noch einen ganzen Einkaufswagen gefüllt bekommen. Das Wasser auf der Straße steht ihr bis zu den Knöcheln - und es steigt: "Ich habe so notwendige Dinge wie Nudeln und Milch gekauft. Ich bringe sie jetzt zum Evakuierungszentrum in der Satree-Burawanit-Schule. Eigentlich sollten hier schon alle abgeholt werden. Aber bisher ist nichts passiert."

Bilder:

Thailands Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra (Foto: REUTERS)
Bilderstrecke Fluten in Thailand Teile von Bangkok stehen noch immer unter Wasser [mehr]

Viele kleine Geschäfte sind bereits geschlossen, viele sind auch überschwemmt, wie der Laden von Vichit Pookmaitree: "Hier ist eigentlich alles kaputt. Ich war zwar auf das Hochwasser vorbereitet, aber es ist alles viel schlimmer als erwartet - schlimmer auch als bei der letzten großen Flut 1995."

Das schlimmste Szenario geht von einem Meter Hochwasser in den Straßen des Stadtzentrums aus, sagt die Regierungschefin, um dann wieder einzuschränken, aber so werde es sicher nicht werden. Mehr als eine Milliarde Kubikmeter Wasser strömt auf Bangkok zu, am Wochenende wird es sich entscheiden, wie viel davon abgeleitet und von den Deichen kanalisiert werden kann.

Auch Krisenmanager wollen gehen

Währenddessen gibt es neuen Streit: Das Krisenzentrum der Regierung  sitzt im alten Flughafen Don Mueang, mitten im Hochwasser. Die Premierministerin möchte, dass es dort bleibt - Rückgrat ist gefragt - die Mitarbeiter aber wollen weg. Die Krisenmanager stecken selber in der Krise.

Audio: Bewohner verlassen Bangkok

AudioUdo Schmidt, ARD-Hörfunkstudio Singapur 27.10.2011 11:28 | 2'53
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Stand: 27.10.2011 07:40 Uhr
 

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