Proteste nach der Hinrichtung des Geistlichen Nimr in Saudi-Arabien. | Bildquelle: AFP

Diplomatischer Streit Sunnitische Staaten kappen Beziehungen zum Iran

Stand: 04.01.2016 14:11 Uhr

Der diplomatische Streit zwischen Saudi-Arabien und dem Iran droht zu einer Krise der gesamten Region zu werden. Drei sunnitische Länder schlossen sich Saudi-Arabien an und legten die diplomatischen Beziehungen zum Iran auf Eis. Auslöser der Krise war eine Hinrichtung in Saudi-Arabien.

Mehrere Staaten der arabischen Welt haben die diplomatischen Beziehungen zum Iran abgebrochen oder eingeschränkt. Nach Saudi-Arabien und Bahrain taten dies nun auch der Sudan und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Die sudanesische Regierung habe entschieden, die diplomatischen Beziehungen abzubrechen, teilte das Außenministerium mit. Ein Ministeriumssprecher begründete dies mit "den barbarischen Angriffen" auf die saudische Botschaft in Teheran.

Die Vereinigten Arabischen Emirate riefen ihren Botschafter aus der iranischen Hauptstadt Teheran zurück. Die Zahl der iranischen Diplomaten im eigenen Land werde reduziert, es werde nur noch Geschäftsbeziehungen geben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur der Emirate. Der Iran habe sich fortgesetzt in die inneren Angelegenheiten der arabischen Staaten am Persischen Golf eingemischt, hieß es zur Begründung.

Botschaft in Teheran verwüstet

Auslöser der diplomatischen Krise zwischen dem schiitisch geführten Iran und den sunnitisch geführten Ländern der arabischen Welt war die Hinrichtung des schiitischen Oppositionellen Nimr al-Nimr in Saudi-Arabien am Wochenende. Die iranische Führung hatte die Exekution mit äußerst scharfen Worten kritisiert. In Teheran hatte es massive Proteste gegeben, in deren Verlauf Demonstranten die saudische Botschaft verwüsteten. Auch in Irans zweitgrößter Stadt Maschhad wurde eine diplomatische Vertretung Saudi-Arabiens angegriffen.

Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Iran erreicht neue Stufe der Eskalation
tagesschau 15:00 Uhr, 04.01.2016, Natalie Amiri, ARD Athen zzt. Teheran

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International war Saudi-Arabien mit der Hinrichtung auf scharfe Kritik gestoßen - von UN über USA bis zu EU. Einhellig herrscht die Sorge vor neuen Spannungen in der Region vor. Die USA mahnten Saudis und Iraner zum Dialog. "Wir glauben, dass diplomatisches Engagement und direkte Gespräche bei der Überwindung von Schwierigkeiten äußerst wichtig sind", sagte Außenamtssprecher John Kirby. Die USA appellierten deshalb an die politisch Verantwortlichen in der Region, "Schritte zur Reduzierung der Spannungen zu unternehmen".

Saudi-Arabiens Spiel mit dem Feuer - Reaktionen in der Region
J. Stryjak, ARD Kairo
04.01.2016 14:22 Uhr

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