Der ertrunkene Aylan wird von einem türkischen Polizisten weggetragen | Bildquelle: AP

Nach Tod von Aylan Kurdi Schlepper zu vier Jahren Haft verurteilt

Stand: 04.03.2016 15:23 Uhr

Im Prozess um den ertrunkenen Flüchtlingsjungen Alyan Kurdi wurden zwei syrische Schleuser wegen Menschenschmuggels zu vier Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. Vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung sprach das türkische Gericht sie aber frei.

Ein halbes Jahr nach dem Tod des syrischen Flüchtlingskindes Aylan Kurdi sind zwei Schlepper zu vier Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt worden. Die beiden Syrer wurden von einem Gericht im südwesttürkischen Bodrum wegen Menschenschmuggels schuldig gesprochen, teilte die Nachrichtenagentur Dogan mit. Vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung sprachen die Richter die Angeklagten hingegen frei.

Die Staatsanwaltschaft hatte 35 Jahre Haft für die beiden Beschuldigten gefordert. Fotos des dreijährigen Aylan, der im September bei der Überfahrt nach Griechenland ertrank und tot an einen türkischen Strand gespült wurde, hatten in der ganzen Welt Entsetzen ausgelöst.

Auch Aylans Mutter und Bruder sowie neun weitere Flüchtlinge waren beim Kentern des überfüllten Bootes ums Leben gekommen. Sein Vater Abdullah Kurdi kehrte anschließend ins syrische Kobane zurück, um seine Frau und seine Söhne zu begraben.

Die Türkei ist das Haupttransitland für Syrer, die vor dem Bürgerkrieg in ihrem Land nach Europa fliehen. Bei den gefährlichen Überfahrten nach Griechenland sowie von Nordafrika nach Italien kamen bereits mehrere Tausend Menschen ums Leben. Ein Ende November zwischen der EU und der Ankara vereinbarter Aktionsplan führte bislang noch nicht zu einem deutlichen Rückgang der Flüchtlingszahlen aus der Türkei.

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