"Botschafterin des Gewissens" Malala mit Amnesty-Preis ausgezeichnet

Stand: 17.09.2013 21:24 Uhr

Sie ist erst 16 Jahre alt, doch mit ihrem Einsatz für Bildung kann sich die Schülerin Malala Yousafzai nach Ansicht von Menschenrechtsorganisationen schon mit den ganz Großen messen. In Dublin erhielt das pakistanische Mädchen die höchste Auszeichnung von Amnesty International.

Die sechzehn-jährige Malala spricht am 12.07.2013 vor den Vereinten Nationen (Bildquelle: AFP)
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Die 16-jährige Malala sprach an ihrem 16. Geburtstag vor den Vereinten Nationen.

Sie wurde zur "Botschafterin des Gewissens" ernannt. Gleichzeitig nominierte das Europäische Parlament Malala für den Sacharow-Preis. Malala war bei einem Mordanschlag der Taliban im Oktober 2012 lebensgefährlich verletzt worden.

"Heldin unserer Zeit"

"Ich hoffe, dass wir zusammen eines Tages unseren Traum erreichen, dass jedes Kind in jedem Teil der Erde Zugang zu Bildung hat", sagte Malala zur Verleihung des Amnesty-Preises in Dublin.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde Sänger Harry Belafonte. Er fühle sich geehrt, die Ehrung gemeinsam mit Malala entgegenzunehmen, sagte der 86-Jährige, der sich seit Jahren für verschiedene Hilfsprojekte einsetzt. Sie sei eine "Heldin unserer Zeit".

Zu den bisherigen Trägern des Amnesty International-Botschafter-Titels gehören Südafrikas früherer Präsident Nelson Mandela und Birmas Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi.

Taliban-Anschlag auf Malala

Malala kämpft seit ihrem 11. Lebensjahr für ein Recht auf Schulbesuch und Freiheit. Sie hatte sich im Swat-Tal Pakistans, wo die radikalislamischen Taliban Mädchen den Schulbesuch verwehren, für ihr Recht auf Bildung eingesetzt.

Im Oktober 2012 überlebte sie ein Attentat. Schwer verletzt wurde sie in eine Klinik im englischen Birmingham gebracht. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Birmingham und geht dort zur Schule. An ihrem 16.Geburtstag hielt sie eine Rede vor den Vereinten Nationen.

Malala Yousafzai hält Rede vor der UN-Jugend-Generalversammlung
tagesschau 20:00 Uhr, 12.07.2013, Markus Schmidt, ARD New York

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Europäisches Parlament verleiht Sacharow-Preis

Auch das Europäische Parlament will Malala für ihren Mut ehren: Verschiedene Fraktionen im EU-Parlament haben das Mädchen für den Sacharow-Preis nominiert. Am 10.Oktober entscheiden die Fraktionsvorsitzenden über den Preisträger.

Neben Malala Yousafzai wurden unter anderem auch der US-Informant Edward Snowden und der inhaftierte russische Unternehmer Michail Chodorkowski nominiert.

Außerdem wurden zwei äthiopische Journalisten, drei inhaftierte weißrussische Oppositionelle, die "stehenden Demonstranten" auf dem Taksim-Platz in Istanbul sowie eine Kampagne des Nachrichtensenders CNN gegen moderne Sklaverei für den Sacharow-Preis vorgeschlagen.

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