Die HMAS Melbourne der Australian Defence Force | Bildquelle: picture alliance / dpa

Australien rüstet militärisch auf Ein Zeichen an China oder die USA?

Stand: 25.02.2016 12:11 Uhr

Rund 126 Milliarden Euro will Australien in sein Militär stecken. Diese Aufrüstung hat vor allem mit dem Streit um das Südchinesische Meer zu tun. Denn Australien pflegt enge Beziehungen zu beiden Konfliktparteien.

Von Udo Schmidt, ARD-Studio Singapur

Sechs neue U-Boote, drei Marine-Zerstörer, neun Fregatten sowie zwölf Patrouillenboote. Australien rüstet seine Seestreitmacht massiv auf. Das Land reagiert damit auf die zunehmenden Spannungen im Südchinesischen Meer und will grundsätzlich die eigene militärische Position in der asiatisch-pazifischen Region stärken.

Die großangelegte Aufrüstung war noch vom inzwischen aus dem Amt geworfenen Premier Tony Abbott angestoßen worden, heute wurde sie von Abbotts Nachfolger, Malcolm Turnbull, verkündet und von Verteidigungsministerin Marise Payne begründet: "Australiens starkes Netzwerk mit vielen regionalen militärischen Beziehungen wird immer wichtiger, um den Herausforderungen zu begegnen und um Australien auch für die Zukunft richtig zu positionieren", sagte Payne. "Wir können unsere Zukunft am besten in engerer Zusammenarbeit mit unseren globalen Partnern schützen."

alt Karte: Südchinesisches Meer

Der Streit um das Südchinesische Meer

Das Südchinesische Meer liegt zwischen China, Vietnam, Malaysia und den Philippinen. Ein Drittel des weltweiten Schiffsverkehrs wird dort abgewickelt. In der Region werden große Öl- und Gasvorkommen vermutet. China beansprucht 90 Prozent des 3,5 Millionen Quadratkilometer großen Gebietes, darunter Inseln und Riffe, die teils mehr als 800 Kilometer von der chinesischen, aber nur etwa 220 Kilometer von der philippinischen Küste entfernt liegen.

Enge Beziehung zu den USA

Hinter der Aufrüstung steckt auch die immer engere Zusammenarbeit zwischen Australien und den USA. Washington unterhält seit längerem einen Stützpunkt im australischen Darwin, die US-Amerikaner sind immer wieder im Südchinesischen Meer unterwegs, um die Schifffahrtswege gegen die chinesischen Hegemonialansprüche zu verteidigen.

Offen ist, ob sich Australien in Zukunft daran beteiligen wird. "Wir setzen unsere guten Beziehungen fort und werden unsere gemeinsamen Fähigkeiten weiterentwickeln", sagte Premier Turnbull. "Auch die Beziehungen zwischen den USA und China sind entscheidend. Wir begrüßen es, wenn China in Zukunft mehr Verantwortung für die regionale und globale Sicherheit übernimmt." China ist Australiens wichtigster Handelspartner.

195 Milliarden australische Dollar will das Land in den kommenden 20 Jahren für sein Militär ausgeben, umgerechnet etwa 126 Milliarden Euro. Um den Bau der U-Boote bewirbt sich auch die Kieler Thyssen Krupp Werft.

Australien rüstet auf
U. Schmidt, NDR
25.02.2016 11:57 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 25. Februar 2016 um 13:22 Uhr im Deutschlandfunk.

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