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23.02.2012

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Ausschreitungen während der "Occupy"-Proteste in Rom.
Nach den Ausschreitungen: Randale in Rom wirft Fragen auf
Nach schweren Ausschreitungen

Randale in Rom wirft Fragen auf

Mindestens 70 Verletzte, brennende Autos, geplünderte Läden - das ist die Bilanz der Straßenschlachten von Rom. Nun werden Fragen laut: Warum konnte die italienische Polizei - sonst für ihr hartes Vorgehen bekannt - den Ausbruch der Gewalt erst in der Nacht stoppen?

Von Stefan Troendle, ARD-Hörfunkstudio Rom

"È inferno a Roma" - in Rom ist die Hölle los, schreibt heute die größte italienische Tageszeitung "Corriere della sera" - und das scheint noch untertrieben, wenn man die Bilder von den Ausschreitungen sieht. Jede Menge angezündete Autos, spontan errichtete Barrikaden aus gestohlenen Motorrollern und umgeworfenen Müllcontainern, eingeworfene Schaufenster und geplünderte Läden, eine zerstörte Tankstelle - sogar ein Anbau des Verteidigungsministeriums wurde in Brand gesetzt. Die Schäden dürften in die Millionen gehen. Die gewalttätigen Autonomen griffen sogar Feuerwehrleute sowie Kamerateams und Fotografen an.

Chaoten setzen sich an die Spitze

Etwa 500 vermummte Chaoten hatten die ansonsten absolut friedliche Demonstration von rund 200.000 Menschen gegen die Macht der Finanzmärkte am Nachmittag "gekapert" und sich an die Spitze des Zuges gesetzt. Die Randale war offenbar beabsichtigt und gut geplant, der sogenannte "Black Block" war nämlich gut bewaffnet - mit Baseballschlägern, Rauchbomben, Knallkörpern und Molotowcocktails.

Man muss sich übrigens auch fragen, warum die italienische Polizei - sonst für ihr hartes Vorgehen bekannt - nicht in der Lage war, die Ausschreitungen zu verhindern. Schließlich waren 2000 Polizisten und Carabinieri im Einsatz, die auch Wasserwerfer und Tränengas benutzten. Die Straßenschlachten auf der Piazza San Giovanni in der Nähe der Lateranbasilika dauerten jedoch bis in die Nacht.

Ausschreitungen in Rom (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Spuren der Gewalt: Rom nach den gewaltsamen Ausschreitungen, bei denen mindestens 70 Menschen verletzt wurden. ]
Der eigentliche Demonstrationszug wurde zunächst umgeleitet und dann aufgelöst. Viele Demonstranten hatten zuvor noch vergeblich versucht, die Gewalttäter abzudrängen.

Wie war das möglich?

Italiens Innenminister Roberto Maroni sprach am Abend davon, dass Kriminelle in die Demonstration eingeschleust worden seien. Ministerpräsident Silvio Berlusconi kritisierte das unglaubliche Niveau der Gewalt, sogar Staatspräsident Giorgio Napolitano äußerte sich besorgt. Und Oppositionsführer Pierluigi Bersani fragte, wie es möglich war, dass eine Verbrecherbande über Stunden das Zentrum von Rom plündere.

Ähnliche Fragen werden auch in den Leserforen der italienischen Zeitungen laut. Hier äußern einige Kommentatoren den Verdacht, die Randalierer seien bestellt und möglicherweise bezahlt worden. Von den bisher zwölf Verhafteten stammen die meisten aus Süditalien. Bei den Ausschreitungen wurden insgesamt etwa 70 Personen verletzt, drei von ihnen schwer. Bei 30 der Verletzten handelt es sich um Polizeibeamte, einer von ihnen erlitt einen Herzinfarkt.

Audio: Bilanz der Proteste: 70 Verletzte und große Schäden in Rom

AudioStefan Troendle, ARD-Hörfunkstudio Rom 16.10.2011 03:04 | 2'05
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Stand: 16.10.2011 13:39 Uhr
 

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