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Nach seiner Auslieferung nach Frankreich haben die Justizbehörden einen Haftbefehl gegen Panamas früheren Machthaber Manuel Noriega ausgestellt. Nach einer Stunde öffentlicher Anhörung und einer anschließenden anderthalbstündigen Beratung entschied der zuständige Haftrichter, dass der 76-Jährige bis zum Beginn des Prozesses gegen ihn wegen Geldwäsche im Santé-Gefängnis in der Pariser Innenstadt in Haft bleibt.
Die USA hatten Noriega erst wenige Stunden zuvor an Frankreich ausgeliefert. Noriega soll sich dort wegen Geldwäsche im Zusammenhang mit Drogengeschäften vor Gericht verantworten. Der ehemalige Machthaber von Panama hatte in den USA eine langjährige Haftstrafe wegen Drogendelikten verbüßt und blieb danach wegen des juristischen Streits um seine Auslieferung in US-Gewahrsam. Ende März war er mit einem Einspruch vor dem Obersten Gericht der USA gescheitert.
Noriega war 1999 in Frankreich in mehreren Anklagepunkten wegen Geldwäsche in Abwesenheit zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Die französische Justiz will nun ein neues Verfahren gegen ihn eröffnen. Sie beschuldigt ihn, in den 80er-Jahren rund 3,15 Millionen Dollar (2,3 Millionen Euro) aus Drogengeschäften auf Konten französischer Banken gewaschen zu haben.
[Bildunterschrift: Noriega wurde von Miami nach Frankreich ausgeflogen. ]
Auch Panama pochte auf eine Auslieferung Noriegas. Denn auch dort war der einstige Machthaber wegen der Ermordung von zwei Oppositionellen verurteilt worden. Allerdings würde er die Strafe dort aufgrund seines hohen Alters als Hausarrest antreten. Noriega selbst kämpfte für die Rückkehr in seine Heimat. Er begründete dies damit, dass er seine Familie wiedersehen wolle.
Noriega war von 1971 bis 1983 Chef des militärischen Geheimdienstes Panamas und regierte das mittelamerikanische Land von 1983 bis 1989. Unterstützung erhielt er von den USA. Da er aber nach Einschätzung der US-Geheimdienste zunehmend mit den Drogenkartellen zusammenarbeitete, marschierten US-Truppen Ende 1989 in Panama ein und nahmen ihn gefangen.
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