Bernie Sanders und Hillary Clinton bei TV-Debatte in New Hampshire  | Bildquelle: AFP

TV-Debatte der Demokraten Clinton wirft Sanders "Schmierenkampagne" vor

Stand: 05.02.2016 08:30 Uhr

Die US-Präsidentschaftskandidatin Clinton hat ihrem parteiinternen Kontrahenten Sanders in einer Fernsehdebatte vorgeworfen, eine "Schmierenkampagne" gegen sie zu betreiben. Zudem sei seine Politik unrealistisch. Das ließ der 74-Jährige nicht auf sich sitzen.

Hillary Clinton hat Bernie Sanders in einer TV-Debatte vorgeworfen, eine unrealistische Politik zu betreiben. Bei Sanders' Forderungen "geht die Rechnung einfach nicht auf", sagte Clinton. Wie der Senator aus Vermont sei auch sie eine "fortschrittliche" Politikerin, im Gegensatz zu Sanders aber könne sie Dinge erledigen.

Sanders wies die Kritik zurück. Seine Vorschläge, wie die Abschaffung von Studiengebühren an staatlichen Universitäten, werde er mit einer Steuer auf Finanzspekulationen bezahlen. "Die Mittelschicht hat die Wall Street gerettet, als sie Hilfe benötigte. Nun ist es an der Zeit, dass die Wall Street der Mittelschicht hilft", sagte er.

Der vom Fernsehsender MSNBC übertragene Schlagabtausch fand an der Universität von New Hampshire statt. In dem Bundesstaat im Nordosten der USA findet am Dienstag die nächste Vorwahl statt. Im Zentrum der Debatte stand die Auseinandersetzung, welcher der beiden Bewerber stärker im Einklang mit den Werten der Demokratischen Partei steht.

Sanders fordert Krankenversicherung für alle

Clinton beschwerte sich, dass Sanders' Wahlkampfteam eine "Schmierenkampagne" gegen ihre Bilanz als Politikerin führe. Der Senator versuche, sie wegen ihrer Verbindungen zur Wall Street fälschlicherweise als nicht linksliberal genug darzustellen. "Ich glaube nicht, dass diese Attacken Ihrer würdig sind", ging die ehemalige First Lady ihren Rivalen an.

Auch in der Gesundheitspolitik gerieten die beiden Präsidentschaftsbewerber aneinander. Jede Industrienation auf der Welt garantiere ihren Bürgern das Recht auf eine Krankenversicherung, sagte Sanders. "Ich akzeptiere nicht die Vorstellung, dass die Vereinigten Staaten von Amerika das nicht können."

Clinton hob in der Debatte außerdem ihre Erfahrung als frühere Außenministerin hervor. Angesichts der Bedrohungen in der Welt müsse der Präsident "vom ersten Tag an bereit sein", sagte sie. Sanders wies dagegen darauf hin, dass Clinton einst für den umstrittenen Militäreinsatz im Irak votiert habe. "Einer von uns hat richtig abgestimmt und der andere von uns nicht", sagte er mit Blick auf seine Ablehnung des Einsatzes.

Hillary Clinton wirft Bernie Sanders Verleumdungskampagne vor
tagesschau24 11:15 Uhr, 05.02.2016, Vera Sedlacek, ARD-aktuell

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Clinton liegt in landesweiten Umfragen deutlich vorn

In landesweiten Umfragen liegt Clinton deutlich vor Sanders. Der 74-jährige Senator aus Vermont, der mit seinen Ideen vor allem junge Wähler begeistert, konnte seiner Kontrahentin in Iowa am Montag aber praktisch ein Unentschieden abtrotzen. Clinton kam in dem Bundesstaat im Mittleren Westen auf 49,8 Prozent, Sanders auf 49,6 Prozent.

In New Hampshire sehen Meinungsforscher den Senator vorne. Einer Umfrage für die Zeitung "Wall Street Journal" und den Fernsehsender NBC zufolge liegt Sanders in dem Bundesstaat bei 58 Prozent, Clinton bei 38 Prozent.

Die USA wählen am 8. November ein neues Staatsoberhaupt. Präsident Barack Obama darf nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten. Die Vorwahlen in allen 50 US-Staaten ziehen sich bis in den Frühsommer hin. Ihre Kandidaten küren Republikaner und Demokraten dann offiziell bei den Nominierungsparteitagen im Juli.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. Februar 2016 um 09:00 Uhr.

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