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Nach Amoklauf bei "Batman"-Premiere in den USA

Staatsanwaltschaft verliest Anklage gegen Holmes

Der mutmaßliche Kino-Amokläufer von Aurora soll heute formell angeklagt werden. Anders als beim Prozessauftakt sind keine Kameras erlaubt. Das Gericht erließ im Vorfeld weitere Verbote: Außer der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft soll niemand mehr mit den Medien sprechen.

Von Sabrina Fritz, SWR-Hörfunkstudio Washington

Wenn James Holmes heute zum zweiten Mal vor Gericht erscheint, wird es keine Fotos und Filme von ihm geben. Der Vorsitzende Richter William B. Sylvester erließ dieses Verbot, unter anderem auf Wunsch der Holmes-Verteidiger.

Die Bilder des Tatverdächtigen vor Gericht gingen um die Welt und wurden in den amerikanischen Medien wieder und wieder wiederholt. Sie zeigten einen ziemlich verstörten Mann mit grellen roten Haaren. Richter Sylvester erließ im Lauf der vergangenen Woche weitere Verbote, um die Flut an Meldungen über den mutmaßlichen Todesschützen einzudämmen und um - wie er sagte - "die laufende Ermittlungen nicht zu gefährden".

Anklageerhebung gegen mutmaßlichen Kino-Amokläufer
morgenmagazin, 30.07.2012, Karin Dohr, ARD Washington

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Nachrichtensperre verhängt

So darf außer der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft niemand mehr mit den Medien sprechen. Die Universität von Colorado, wo Holmes zuletzt studierte, darf keine Informationen mehr über den 24-Jährigen verbreiten. Die Jury soll nur aufgrund des Gerichtsverfahrens über den Mann urteilen und nicht durch Medienberichte beeinflusst werden.

Trotz dieser Nachrichtensperre sind zahlreiche Vermutungen in Umlauf. So soll der Student der Neurowissenschaften in psychiatrischer Behandlung gewesen sein. Seiner Psychologin an der Uni soll er ein Paket mit seinen mörderischen Plänen geschickt haben, das sie aber offensichtlich zu spät erreicht hat.

"Wir behandeln ihn wie jeden anderen"

Die Anklage wird heute die Staatsanwältin Carol Chambers vortragen. Bei ihrer ersten Pressekonferenz erklärte sie: "Wir werden ihn behandeln wie jeden anderen Angeklagten auch."

James Holmes wird aller Wahrscheinlichkeit nach des Mordes ersten Grades in zwölf Fällen angeklagt werden. Dies hatte ihm der Richter schon bei der ersten Anhörung prophezeit. Ein Mord ersten Grades setzt Planung und Vorsatz voraus und muss mit besonderer Gleichgültigkeit gegenüber den Opfern ausgeführt werden. Theoretisch steht darauf in Colorado die Todesstrafe.

Der mutmaßliche Amokläufer von Aurora vor Gericht
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Der mutmaßliche Amokläufer von Aurora schwieg bei seinem ersten Gerichtstermin.

Der Medizin-Campus der Universität von Colorado
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Der Medizin-Campus der Universität von Colorado: Hier studierte der 24-Jährige.

Die erfahrene Staatsanwältin erklärte dazu. "Die Todesstrafe muss 60 Tage nach der Anklage gefordert werden. Das heißt: Wir haben noch zwei Monate Zeit. Wir werden dafür mit den Opfern sprechen, eine Verbindung aufbauen, sagen wer wir sind und mit wem sie sprechen können. Das wird einige Zeit dauern."

Beratungen über Todesstrafe

Chambers wies darauf hin, dass die Todesstrafe oft ein langer Prozess für die Angehörigen und Verletzten sei. Es dauert oft Jahre bis sie vollzogen wird. Diese Strafe beeinflusse das Leben der Angehörigen über Jahre, erläuterte Chambers: "Deshalb wollen und brauchen wir ihren Einfluss bei dieser Entscheidung." Sie rechnet damit, dass der Prozess mindestens ein Jahr dauern wird.

Manchmal gibt es auch ganz andere Entwicklungen. Jared Lee Loughner erschoss im Januar 2011 sechs Menschen. Die Kongressabgeordnete Gaby Giffords überlebte schwerverletzt. Die Staatsanwaltschaft hatte Anklage erhoben, doch wenige Monate später stellte der Richter eine schizophrene Erkrankung fest. Loughner müsse erst behandeln werden. Es ist fraglich, ob er jemals einen Prozess bekommt.

Richter verhängt Nachrichtensperre im Fall Holmes
S. Fritz, SWR Washington
30.07.2012 05:56 Uhr

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Stand: 30.07.2012 04:43 Uhr

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