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Trauer nach dem Amoklauf von Aurora

Amoklauf von Aurora

Erhielt Universität Päckchen erst nach Tat?

Die Universität von Colorado besteht darauf, dass sie ein Päckchen des mutmaßlichen Aurora-Amokläufers erst nach der Schießerei erhalten habe - und nicht vorher, wie US-Medien berichtet hatten. Unterdessen steht die Waffendebatte in den USA schon vor dem Ende, bevor sie richtig losgegangen ist.

Von Anna Engelke, NDR-Hörfunkstudio Washington

Die Universität von Colorado hat Berichte zurückgewiesen, wonach ein Päckchen des mutmaßlichen Kino-Attentäters James Holmes bereits vor dem Massaker bei ihr unbeachtet in der Poststelle eingegangen sei. Das verdächtige Päckchen sei am Montag nach der tödlichen Schießerei in der Uni angekommen, betonte ein Sprecher. Daraufhin seien sofort die Behörden informiert worden. Zu dem Inhalt des Päckchens will die Universität nichts sagen. Holmes war dort bis vor einem Monat noch Doktorand.

US-Medienberichten zufolge soll in dem Päckchen ein Notizbuch gewesen sein. In diesem Buch habe Holmes seine Tötungspläne handschriftlich niedergeschrieben und Zeichnungen von dem geplanten Massaker aufgemalt haben. Wie es heißt, hat Holmes das Päckchen an einen Dozenten adressiert, der auch Psychiater ist. Eine offizielle Bestätigung gibt es nicht. Der für den Fall zuständige Richter hat eine Informationssperre verhängt.

Waffendebatte nach Amoklauf in Aurora bereits vor dem Aus
A. Engelke, NDR Washington
27.07.2012 03:28 Uhr

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Zaghafte Waffendiskussion ohne Chance auf Konsequenzen

Während also in Denver niemand etwas sagen darf, hat in der Politik eine zaghafte Diskussion über die Konsequenzen aus dem Massaker begonnen. Präsident Barack Obama eröffnete sie zunächst einmal mit einer Beruhigung für alle legalen Waffenbesitzer in den USA: "Wie die meisten Amerikaner glaube ich auch an den zweiten Verfassungszusatz, der einem Individuum garantiert, Waffen zu tragen."

Die Tradition, eine Waffe zu besitzen, werde seit Generationen gepflegt, so der Präsident. Und dann formulierte er ganz behutsam diesen Satz: "Aber ich glaube, es gibt auch viele Waffenbesitzer, die zustimmen, dass AK47s in die Hände von Soldaten gehören und nicht in die von Kriminellen."

Dieser Satz, der sich kritisch anhört, ist ein Allgemeinplatz. Denn Kriminelle dürfen in den USA sowieso keine halbautomatischen Sturmgewehre kaufen, die mit AK47-Gewehren vergleichbar sind. Geistig verwirrte Menschen dürfen das auch nicht. Alle anderen allerdings schon - wie zum Beispiel der mutmaßliche Attentäter James Holmes: Er war nicht vorbestraft.

Demokraten erinnern sich ungern an Clintons Verbot

Ein echter Debattenbeitrag Obamas wäre gewesen, wenn er ein generelles Verkaufsverbot für halbautomatische Sturmgewehre gefordert hätte. Das gab es schon einmal in den USA. 1994 unter dem damaligen Präsidenten Bill Clinton. 2004 lief es aus, ohne dass sich die Parteien auf eine Verlängerung des Verbots verständigen konnten. Viele Demokraten sind überzeugt: Dieses Verbot hat ihnen geschadet, deswegen hätten sie bei den nächsten Kongresswahlen über 50 Sitze verloren - und der Demokrat Al Gore im Jahr 2000 auch haarscharf die Präsidentschaftswahl.

Führende Demokraten begrüßten zwar gestern Obamas Äußerungen höflich, mehr aber auch nicht. Der demokratische Mehrheitsführer im US-Senat Harry Reid sagte: "Mit unserem Zeitplan werden wir nicht in eine Debatte über schärfere Waffengesetze einsteigen."

Obama wird von sich aus keine schärferen Waffengesetze fordern. Sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney sowieso nicht. Und das ist das Ende einer Debatte, die im Ernst gar keine war.

Stand: 27.07.2012 05:17 Uhr

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