Aung San Suu Kyi | Bildquelle: REUTERS

Lage der Rohingya Suu Kyi bricht ihr Schweigen

Stand: 19.09.2017 14:07 Uhr

Hunderttausende Menschen fliehen aus Myanmar, im Bundesstaat Rakhine werden Häuser muslimischer Rohingya abgebrannt und Hunderte Menschen getötet - nach internationaler Kritik hat Aung San Suu Kyi nun ihr Schweigen dazu gebrochen.

Von Holger Senzel, ARD-Studio Südostasien

"Wir verurteilen jegliche Menschenrechtsverletzungen und ungesetzliche Gewalt" - das waren deutliche Worte der Friedensnobelpreisträgerin nach wochenlangem Schweigen.

Man mag das als Kritik an der Gewalt gegen die Rohingya begreifen, doch tatsächlich hat Aung San Suu Kyi keine Schuldigen in ihrer mit Spannung erwarteten Fernsehansprache benannt. Nicht nur Muslime, sondern genauso andere Religionsgruppen seien Opfer der Gewalt im Rakhine-Staat.

Suu Kyi verurteilt erstmals Gewalt gegen Rohingya
tagesschau 20:00 Uhr, 19.09.2017, Sandra Ratzow, ARD Singapur

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Schüsse auf flüchtende Menschen

Es handele sich ausschließlich um Einsätze gegen Terroristen, erklärte Suu Kyi. Die Sicherheitskräfte seien angewiesen, Kollateralschäden an unschuldigen Zivilisten unter allen Umständen zu vermeiden. Das deckt sich allerdings nicht mit den Satellitenbildern der Vereinten Nationen, auf denen burmesische Soldaten auf Fliehende schießen.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hatte gestern erklärt, die Fernsehansprache sei die letzte Chance Suu Kyis, den Konflikt beizulegen - anderenfalls sei die humanitäre Katastrophe unumkehrbar. "Wir wissen noch nicht genau, was passiert ist im Rakhine-Staat - aber wir werden es herausfinden", sagte Guterres.

Suu Kyi versprach, ausländischen Beobachtern die Möglichkeit zu geben, sich selbst ein Bild zu machen von der Situation. Bis jetzt hatte die Armee die Unruheprovinz strikt abgeriegelt.

Suu Kyi verurteilt erstmals Gewalt in Rohingya-Gebieten: Einschätzungen von Sandra Ratzow, ARD Singapur
tagesschau24 15:00 Uhr, 19.09.2017

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Mord, Folter und Vergewaltigung

400.000 Rohingya waren aus dem Rakhine-Staat ins Nachbarland Bangladesch geflohen - viele berichten von Mord, Folter und Vergewaltigungen. Bilder von Hetzjagden hasserfüllter Buddhisten auf Muslime kursieren in sozialen Netzwerken.

Sie verstehe die internationale Besorgnis angesichts der Berichte von brennenden Dörfern und Massenflucht, sagte die Friedensnobelpreisträgerin: "Wir sind ebenfalls besorgt - und wir wollen herausfinden, was die wahren Probleme sind. Es gab Beschuldigungen und Gegenbeschuldigungen - und wir müssen auf alle hören."

Anhänger Suu Kyis verfolgen die Fernsehübertragung ihrer Rede auf einem Platz in Yangon. | Bildquelle: REUTERS
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Anhänger Suu Kyis verfolgen die Fernsehübertragung ihrer Rede auf einem Platz in Yangon.

Aung San Suu Kyi sagte aber auch: "Es gibt längst keinen Grund mehr für die Flucht der Muslime, denn es herrscht wieder Ruhe und Frieden in Rakhine." Und mindestens die Hälfte aller Muslime sei schließlich geblieben, mehr als die Hälfte aller Dörfer seien unversehrt.

Normalität als Ziel

"Die Regierung bemüht sich, Normalität wieder herzustellen. Seit dem 5. September gab es in Rakhine keine bewaffneten Zusammenstöße und keine Anti-Terrormaßnahmen mehr", sagte Suu Kyi. "Nichtsdestotrotz sind wir sehr beunruhigt darüber, dass Muslime in großer Zahl über die Grenze nach Bangladesch fliehen. Wir wollen herausfinden, warum dieser Exodus geschieht."

Den Geflohenen stellte sie in Aussicht, nach Myanmar zurückzukehren - eine Garantie allerdings gab sie dafür nicht ab. Myanmar solle ein Ort für alle Menschen werden - unabhängig von ihrer Religion.

Flüchtlingslager von Rohinyas in Bangladesch | Bildquelle: AFP
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Rohinyas im Flüchtlingslager Kutupalong in Bangladesch

"Gebt uns mehr Zeit"

Aung San Suu Kyi hielt ihre Fernsehansprache auf englisch. Sie richtete sich also offenbar weniger an die eigenen Landsleute in Myanmar als an das Ausland. "Gebt uns mehr Zeit!" – das war ihre Botschaft:

"Burma ist eine sehr komplexe Nation, wie Sie alle wissen. Und es wird noch komplizierter dadurch, dass die ganze Welt erwartet, dass wir alle Schwierigkeiten in der allerkürzesten Zeit überwinden in dieser doch noch sehr unperfekten Demokratie. Diese Regierung ist gerade mal 18 Monate im Amt, das ist nicht viel Zeit um Frieden und Stabilität zu installieren."

Demokratie nur mithilfe des Militärs

Aprops "unperfekte Demokratie" - das mag ein Hinweis darauf sein, wie viel Macht die Armee nach wie vor in Myanmar hat. Suu Kyis Allianz mit jenem Militär, das sie einst unter Hausarrest stellte, befremdet viele. Doch die Friedensnobelpreisträgerin ist der Ansicht, dass der Übergang Myanmars zu Demokratie nur gemeinsam mit der Armee vollzogen werden kann.

Aung San Suu Kyis Position als De-Facto-Regerungschefin ist alles andere als gefestigt. Andererseits wird sie verehrt wie eine Heilige. Politisch mag ihr Einfluss begrenzt sein, doch ihr Wort hat Gewicht und die Macht, einiges zu verändern.

Aung San Suu Kyi bricht ihr Schweigen
Holger Senzel, ARD Singapur
19.09.2017 15:03 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. September 2017 um 12:00 Uhr.

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