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Beim Gipfeltreffen der Afrikanischen Union (AU) in Addis Abeba hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kritisiert, dass in vielen afrikanischen Staaten Diskriminierung aufgrund von sexuellen Neigungen "ignoriert oder gar gebilligt" werde. Regierungen würden Homosexuelle wie "Bürger zweiter Klasse oder sogar Verbrecher" behandeln, sagte er in seiner Rede vor den Staats- und Regierungschefs der AU-Mitgliedsstaaten.
[Bildunterschrift: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon spricht vor den Gipfelteilnehmern der Afrikanischen Union. ]
In den meisten afrikanischen Staaten wird Homosexualität nicht anerkannt und unter Strafe gestellt. Lediglich Südafrika erkennt offiziell die Rechte von Schwulen und Lesben an. Afrikanische Staatschefs hatten Kritik aus dem Ausland bislang häufig mit dem Verweis zurückgewiesen, Homosexualität sei nicht Teil ihrer Kultur.
An der zweitägigen Konferenz nehmen in der äthiopischen Hauptstadt mehr als 30 Staatschefs teil, darunter der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan, Südafrikas Präsident Jacob Zuma und der kenianische Präsident Mwai Kibaki. Im Mittelpunkt des Treffens stehen die Ankurbelung des innerafrikanischen Handels und die Schaffung einer kontinentalen Freihandelszone.
Während Ban die Regierungen des Sudans und des Südsudans vor Journalisten dringend dazu aufrief, eine Lösung für ihren schwelenden Grenzkonflikt zu finden, stoppte der Südsudan die eigene Ölproduktion vollständig. Das Land verfügt seit seiner Unabhängigkeit vom Sudan im Juli über rund Dreiviertel der Ölförderung des ehemaligen Gesamtstaates. Doch für den Export ins Ausland ist der Südsudan auf Pipelines des Sudan angewiesen. Beide Länder können sich bisher nicht auf Transitgebühren einigen. "Je länger die bestehenden Probleme ungelöst bleiben, desto schlimmer wird die Krise werden", sagte Ban und nannte den sich zuspitzenden Konflikt eine "ernsthafte Gefahr für den Frieden und die Sicherheit in der Region".
Die beiden Staatschefs Omar al-Baschir und Salva Kiir hätten bisher keinen politischen Willen gezeigt, um eine Einigung zu finden. Es sei Zeit, Kompromisse einzugehen und Flexibilität zu zeigen, betonte Ban.
[Bildunterschrift: Das neue AU-Hauptquartier ist das höchste Gebäude im äthiopischen Addis Abeba. ]
Am Morgen hatte die aus 54 Ländern bestehende Staatengemeinschaft den Präsidenten Benins, Thomas Boni Yayi, zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Er löst den Staatschef von Äquatorial-Guinea, Teodoro Obiang Nguema, ab, der den Posten im vergangenen Jahr innehatte. Der Vorsitz der AU wechselt jährlich zwischen den afrikanischen Staatschefs, wobei das Amt hauptsächlich repräsentative Aufgaben umfasst.
Das Treffen findet erstmals im neuen AU-Hauptquartier statt. Das 200 Millionen Dollar (152 Millionen Euro) teure Gebäude war komplett von China finanziert und am Samstag bei einer feierlichen Zeremonie eingeweiht worden. Mit rund 100 Metern Höhe ist der Turm mit angrenzendem Konferenzzentrum der derzeit höchste Bau in Addis Abeba.
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