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In den USA war die Aufregung groß: Der Iran soll einen Anschlag auf den saudi-arabischen Botschafter in Washington geplant haben. Auf den zweiten Blick zeigt sich, dass das Vorhaben wohl noch nicht weit gediehen war. Zwei Verdächtige sollen nun vor Gericht. Außenministerin Clinton forderte eine stärkere Isolation des Iran.
Von Silke Hasselmann, MDR-Hörfunkstudio Washington
Es geschieht nicht oft, dass die USA ein Mitglied einer ausländischen Regierung anklagen. Doch dies ist so ein Fall. Denn die beiden Verdächtigen gehören der iranischen islamischen Revolutionsgarde beziehungsweise ihrer Spezialeinheit Al Kuds an. Damit gelten sie als Mitglieder der iranischen Regierung, so US-Justizminister Eric Holder.
[Bildunterschrift: Eingang der saudischen Botschaft in Washington. Ziel des Anschlags soll der Botschafter gewesen sein. ]
Es handele sich dabei um den flüchtigen iranischen Staatsbürger Gholam Shakuri und Manssor Arbabsiar, der die US-Bürgerschaft und einen iranischen Pass besitzt. Er wird seit dem 29. September in New York festgehalten. Beide würden der Verschwörung "zum Mord an einem ausländischen Offiziellen, zur Benutzung einer Massenvernichtungswaffe und zu einem internationalem Terrorakt auf amerikanischem Boden" beschuldigt, erklärte Holder.
Monatelang hatten Ermittler der Antidrogenbehörde DEA und der Bundespolizei FBI mit verschiedenen Geheimdiensten zusammengearbeitet, um den mutmaßlichen Anschlagsplan aufzudecken. Im Mai habe sich Arbabsiar in Mexiko mit einem Informanten der DEA getroffen. Der habe sich als Mitglied des international operierenden mexikanischen Drogenkartells ZETA ausgegeben.
Den Angaben zufolge war es das erste von mehreren Treffen, die in der Verschwörung mehrerer Personen mündeten und in dem Angebot der iranischen Regierung, 1,5 Millionen Dollar für die Ermordung des saudi-arabischen Botschafters auf us-amerikanischem Boden zu zahlen. Der in New York eingereichten Anklageschrift zufolge wurden bereits 100.000 Dollar auf ein Konto in den USA überwiesen. Dies sei eine Anzahlung für den geplanten Mordanschlag.
Holder als Chefankläger für die US-Regierung erklärte, der gefangen genommene Verdächtige Arbabsiar habe gestanden, dass es einen Plan über die Tötung von Botschafter Adel Al Jubeir gegeben habe. Dieser vertritt Saudi-Arabien seit vier Jahren in Washington.
[Bildunterschrift: Eric Holder drohte, man werde den Iran zur Verantwortung ziehen. ]
Allerdings geht aus den Aussagen Holders und des New Yorker Staatsanwalts Preet Bahrahra sowie aus der Anklageschrift hervor, dass der Plan wohl noch weit von der Umsetzung entfernt war. Die Verdächtigen hätten mit dem Informanten diskutiert, ob der Anschlag in einem Gebäude oder außerhalb stattfinden sollte, ob eine Bombe oder andere Mittel eingesetzt werden sollten.
Einmal sei die Rede von einem nicht näher eingegrenzten Restaurant gewesen. Wenn US-Senatoren oder andere unschuldige Menschen umkommen würden, wäre das auch "OK". Wegen dieser Aussagen laute ein Anklagepunkt Verschwörung zur Benutzung einer Massenvernichtungswaffe, erläuterte der New Yorker Ankläger. "Die Klageschrift unterstellt nicht, dass wirklich Waffen gekauft worden sind." Während der gesamten Zeit der Operation habe die Vertrauensperson unter Führung des FBI gestanden. Es seien zu keiner Zeit irgendwo Explosivstoffe platziert worden. Es habe für niemanden Gefahr bestanden, beteuerte Bahrahra.
Ob sich die massiven Vorwürfe vor Gericht halten lassen, muss sich zeigen. Irans Regierung sprach bereits von einer frei erfundenen Geschichte. Es handele sich um eine "lächerliche Show", sagte der Sprecher des Teheraner Außenministeriums nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur ISNA. Die US-Regierung unterrichtete derweil ihre Verbündeten über diesen Fall. Sie will auch den UN-Sicherheitsrat in dieser Angelegenheit anrufen.
Die US-Medien stiegen groß auf die Nachricht ein. In den ersten aufgeregten Stunden nach dem Bekanntwerden hatten von CNN bis FoxNews alle Fernsehsender den gleichen Tenor: Amerika werde Vergeltung üben. Die Frage sei, ob "nur" schärfere Wirtschaftssanktionen gegen den Iran oder auf andere Maßnahmen ergriffen würden. US-Justizminister Holder ließ Raum für Spekulationen, als er erklärte, nicht nur die mutmaßlichen Verschwörer würden zur Verantwortung gezogen, "sondern auch der Iran für seine Aktionen". Außenministerin Hillary Clinton forderte, das Regime in Teheran müsse weiter isoliert werden. Gemeinsam mit Freunden und Partnern in der Welt solle eine "starke Botschaft" an den Iran gerichtet werden.
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