Fahndungsplakat der Polizei von Charleston mit Fotos des mutmaßlichen Attentäters. | Bildquelle: AP

Festnahme nach Massaker in US-Kirche Verdächtiger von Charleston gefasst

Stand: 18.06.2015 18:57 Uhr

Die US-Behörden haben den Verdächtigen des Attentats von Charleston gefasst. Der Mann sei 300 Kilometer entfernt vom Tatort festgenommen worden, so die Polizei. Er soll neun Menschen in einer überwiegend von Schwarzen besuchten Kirche getötet haben.

Nach dem Attentat in einer Kirche in Charleston im US-Bundesstaat South Carolina ist ein Tatverdächtiger festgenommen worden. "Ich kann bestätigen, dass ein Verdächtiger in Gewahrsam ist", sagte Justizministerin Loretta Lynch.

Der Zugriff erfolgte laut Polizei in Shelby im nördlichen Nachbarstaat North Carolina, mehr als 300 Kilometer vom Tatort entfernt. Die Behörden hatten den Verdächtigen zuvor identifiziert und ein Foto von ihm veröffentlicht.

Rolf Büllmann @RBuellmann
Breaking News: FBI meldet: der Verdächtige von #Charleston ist gefasst, in North Caarolina

Feuer auf Gläubige eröffnet

Der weiße Angreifer soll in der Emanuel African Methodist Episcopal Church in Charleston das Feuer auf Gläubige eröffnet haben, nachdem er eine Stunde lang mit ihnen zusammensaß. Laut Polizei starben acht Menschen in der Kirche, ein weiteres Opfer wenig später im Krankenhaus. Alle Opfer des Anschlags sind schwarz. Unter den Getöteten ist laut dem TV-Sender NBC News auch Pastor Clementa Pinckney, der Mitglied des Senats von South Carolina war. Die Namen der weiteren Opfer sind noch unbekannt.

Neun Menschen sterben bei Attentat in den USA
tagesschau 17:00 Uhr, 18.06.2015, Stefan Niemann, ARD Washington

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Obama: "Sinnlose Morde"

Präsident Barack Obama sprach von "sinnlosen Morden" und stellte einen Bezug zur Debatte über Waffengesetze her. Erneut seien unschuldige Menschen gestorben, weil ein Täter kein Problem gehabt habe, an eine Schusswaffe zu kommen. Das Land müsse seine Haltung zu Waffen überdenken. Obama sagte auch, er habe den ermordeten Pastor Pinckney gekannt. Justizministerin Lynch sprach von einem "herzzerreißenden Ereignis".

Die Gemeinde ist eine der ältesten und größten schwarzen Gemeinden in der Region. Ihre Wurzeln reichen bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts zurück. Zu ihren Gründern gehört ein ehemaliger Sklave, der später wegen eines Aufstandes hingerichtet wurde.

In den vergangenen Wochen hatten tödliche Schüsse von zumeist weißen Polizisten auf Schwarze in mehreren Orten der USA zu einer Protestwelle geführt.

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