Teilnehmer einer Trauerveranstaltung für die Opfer von St. Petersburg | Bildquelle: AP

Anschlag von St. Petersburg Festnahmen und organisierte Trauer

Stand: 06.04.2017 20:07 Uhr

Nach dem Anschlag von St. Petersburg hat die Polizei insgesamt acht mutmaßliche Unterstützer festgenommen. Dabei sei auch eine Bombe gefunden und entschärft worden, teilten die Ermittler mit. In der Hauptstadt trauerten Tausende um die Opfer.

Die russische Polizei hat acht Männer wegen des Verdachts festgenommen, in den Bombenanschlag in St. Petersburg mit 14 Toten verwickelt zu sein. Sechs Verdächtige seien in St. Petersburg festgenommen worden, zwei in Moskau, teilte das staatliche Ermittlungskomitee mit. Bei Durchsuchung ihrer Wohnungen sei eine Bombe sichergestellt worden, die dem nicht explodierten Sprengsatz ähnele, der in einer Petersburger U-Bahnstation gefunden worden war. Die Ermittler hätten auch Waffen und Munition gefunden, meldete die Agentur Interfax.

Bei dem Anschlag in der Metro der Millionenstadt an der Ostsee waren am Montag 14 Menschen getötet und etwa 50 verletzt worden. Die Regierung macht den 22-jährigen Akbarschon Dschalilow aus Kirgistan für das Attentat verantwortlich. Er starb bei der Explosion.

Attentäter erhielt eventuell Anweisungen

Das russische Ermittlungskomitee und der kirgisische Geheimdienst teilten mit, dass er die Instruktionen zur Vorbereitung des Attentats von anderen Usbeken bekommen haben könnte. Diese sollen der terroristischen Gruppe "Tawhid-Wal Dschihad" angehören und sich an Kampfhandlungen in Syrien beteiligen. Das schreibt die russische Zeitung "Kommersant".

Dschalilow habe die radikalen Usbeken bei einem Besuch in seiner Heimatstadt Osch im Süden Kirgistans kontaktiert. In der islamisch-konservativ geprägten Stadt sollen Hunderte von ihnen leben. Aus dem Untergrund heraus seien sie in sozialen Netzwerken aktiv, heißt es weiter.

Regierung rief zur Trauer auf

In Moskau folgten am Abend 3000 bis 4000 Menschen einem Aufruf der Regierung, gegen den Terror zu demonstrieren. "Wir sind solidarisch mit St. Petersburg", rief ein Mann von der Bühne in Nähe des Kremls. Zu der Veranstaltung kamen viele ältere Menschen. Einige trugen russische Fahnen und rote Nelken als Zeichen der Solidarität.

In der Menge hob ein Mann ein Schild hoch, auf dem ein großes Fragezeichen stand. Die Menschen bei der Kundgebung seien ihm zu unkritisch, sagte der Mann. "Natürlich sollen und müssen wir trauern, aber wir sollten auch von der Regierung Antworten verlangen: Was will sie gegen Terrorismus und Gewalt machen?", forderte er.

Mit Informationen von Sabine Stöhr, ARD-Studio Moskau

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 06. April 2017 um 13:49 Uhr

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