Polizisten stehen in der Straße, in der die Verdächtigen festgenommen wurden. | Bildquelle: REUTERS

Anschlag in St. Petersburg Polizei nimmt mögliche Komplizen fest

Stand: 06.04.2017 14:01 Uhr

Die Polizei hat in Zusammenhang mit dem Anschlag von St. Petersburg mehrere Verdächtige festgenommen und einen Sprengsatz entschärft. Dieser soll Ähnlichkeiten aufweisen zu der am Montag in der U-Bahn entdeckten Bombe.

Nach dem Anschlag in St. Petersburg haben Ermittler in einem Wohnhaus in der zweitgrößten Stadt Russlands einen Sprengsatz gefunden und entschärft. Das teilten die Behörden von St. Petersburg mit. Der Sprengsatz soll laut Sicherheitskreisen der nicht-explodierten Bombe ähneln, die am Montag in der U-Bahn von St. Petersburg gefunden worden war.

Bei der Razzia sollen drei Verdächtige festgenommen worden sein, berichten russische Medien. Möglicherweise handelt sich um Komplizen des Attentäters. Sie sollen wie er aus Zentralasien stammen.

Attentäter erhielt eventuell Anweisungen

Der junge Kirgise, der für das Attentat verantwortlich sein soll, sei gebürtiger Usbeke. Das russische Ermittlungskomitee und der kirgisische Geheimdienst bestätigten, dass Akbarschon Dschalilow die Instruktionen zur Vorbereitung des Attentats von anderen Usbeken bekommen haben könnte. Diese sollen der terroristischen Gruppe "Tawhid-Wal Dschihad" angehören und sich an Kampfhandlungen in Syrien beteiligen. Das schreibt die russische Zeitung "Kommersant".

Dschalilow habe die radikalen Usbeken bei einem Besuch in seiner Heimatstadt Osch im Süden Kirgistans vor Kurzem aktiv kontaktiert. In der islamisch-konservativ geprägten Stadt sollen Hunderte von ihnen leben. Aus dem Untergrund heraus seien sie in sozialen Netzwerken aktiv, heißt es weiter.

Gedenkveranstaltung am Abend

Heute Abend ist unter anderem in St. Petersburg eine große Gedenkveranstaltung für die Opfer der Explosion in der Metro geplant. Einige von ihnen sind schon beigesetzt worden.

Mit Informationen von Sabine Stöhr, ARD-Studio Moskau

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 06. April 2017 um 13:49 Uhr

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