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Ein defektes Brandschutzsystem ist möglicherweise die Ursache des gestrigen Unglücks auf einem russischen Atom-U-Boot. Zum Zeitpunkt der Havarie hatten sich 208 Menschen an Bord befunden, der größte Teil von ihnen Techniker und Konstrukteure.
Von Stephan Laack, WDR-Hörfunkstudio Moskau
[Bildunterschrift: Marinesprecher Igor Dygalo unterrichtete die Medien über den Unfall (Archivbild von 2005) ]
Das Feuerlöschsystem im ersten und zweiten Abteil des U-Boots hatte sich nach Angaben von Marinesprecher Igor Dygalo vermutlich spontan ausgelöst. Mehr als 20 Menschen seien ums Leben gekommen und 21 Personen verletzt. Unter den Toten seien sowohl Arbeiter des Schiffbaubetriebs als auch Marineangehörige.
Wie es zu der Aktivierung des Feuerlöschsystems kommen konnte, ist bislang noch nicht bekannt. Sowohl technische Fehler als auch menschliches Versagen kommen nach Ansicht von Experten in Betracht. Im Falle eines Brandes wird den betreffenden Kammern Sauerstoff entzogen und das Feuer mit Hilfe eines Gases erstickt. Für Menschen, die sich dort zu einem solchen Zeitpunkt befinden, ist dies eine lebensgefährliche Situation.
Bereits Ende Oktober wurden mit dem U-Boot erste Tests durchgeführt. Dygalo betonte, es hätte sich noch nicht offiziell im Dienst der russischen Marine befunden. Dies sei für Ende des Jahres geplant gewesen.
Das Atom-U-Boot K-152: Das atomar betriebene U-Boot K-152 "Nerpa" gehört zur russischen Jagd-U-Boot-Klasse 971 U "Schtschuka-B" (NATO-Code "Akula II"). Das rund 114 Meter lange Gefährt bringt es bei einer maximalen Tauchtiefe von 600 Metern auf eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Knoten (etwa 56 Stundenkilometer). Der Typ "Schtschuka" kann wegen seines 190-Megawatt-Druckwasserreaktors mehr als drei Monate auf See bleiben.[Hinweis: Sie benötigen das Flash-Plugin und aktiviertes Javascript um das Video zu sehen.]
Durch den Vorfall habe das U-Boot keine Schäden davon getragen, so Dygalo. Die Abteile seien durchlüftet worden. "Besonders möchte ich hervorheben, dass der Antrieb, also der Atomreaktor normal funktioniert. Auch die radioaktive Strahlung liegt im normalen Bereich", sagte Dygalo.
Mittlerweile ist das U-Boot in seiner Basis Bolschoi Kamen in der Nähe Wladiwostoks eingetroffen. Die 21 Verletzten waren zuvor von einem Begleitboot evakuiert worden und befinden sich bereits in ärztlicher Behandlung. Russlands Präsident Dimitri Medwedjew ordnete eine umfassende Untersuchung des Vorfalls an und sicherte den Angehörigen der Opfer größtmögliche Unterstützung zu.
Das Unglück weckte Erinnerungen an die Katastrophe der "Kursk". Vor acht Jahren waren nach der Explosion eines Torpedos an Bord der Kursk alle 118 Seeleute ums Leben gekommen. Dem damaligen Präsidenten Wladimir Putin wurde damals vorgeworfen, zu spät reagiert zu haben und internationale Hilfe nicht in Anspruch genommen zu haben. Lange Zeit waren damals die wahren Hintergründe der Katastrophe verschleiert worden.
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