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Nordkorea hat einen weiteren unterirdischen Atomtest durchgeführt. Dieser sei "erfolgreich" verlaufen und stärker gewesen als der erste im Oktober 2006, berichtete die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Er sei Teil von Pjöngjangs "Maßnahmen mit dem Ziel, seine abschreckende atomare Selbstverteidigung in jeder Weise zu stärken".
Das russische Verteidigungsministerium bestätigte den Atomtest. "Überwachungseinrichtungen haben eine Nuklearexplosion unter der Erde bestätigt, die auf dem Territorium Nordkoreas stattgefunden hat", zitierte die Nachrichtenagentur Interfax einen Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums in Moskau. Die Informationen würden geprüft und analysiert. Laut Nachrichtenagentur ITAR-Tass soll der Test eine Sprengkraft von 20 Kilotonnen gehabt haben.
Die USA und die Europäische Union äußerten sich besorgt über die Meldungen aus Nordkorea. Die US-Regierung will sich mit ihren Partnern in der Runde der sogenannten Sechser-Gespräche mit Nordkorea und dem UN-Sicherheitsrat über die nächsten Schritte abstimmen. US-Präsident Obama erklärte, die Versuche Nordkoreas Atomwaffen zu entwickeln, seien eine Bedrohung für die internationale Sicherheit. Sollten die Meldungen über einen erneuten Atomtest bestätigt werden, liefe das auf eine "eklatante Missachtung" des UN-Sicherheitsrats und eine Verletzung internationalen Rechts hinaus.
Japan forderte eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats. Aus Regierungskreisen hieß es, Tokio werde Nordkoreas Verhalten "nicht tolerieren". Ein solcher Test sei eine eindeutige Verletzung von UN-Resolutionen. Die Regierung richtete einen Krisenstab ein. Auch Berlin verurteilte den neuen Atomtest "aufs Schärfste". Die Atomversuche des kommunistischen Staates seien ein klarer Verstoß gegen bestehende Resolutionen der Vereinten Nationen und eine Bedrohung für die Sicherheit in der Region, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes. Diplomaten berichteten, der Sicherheitsrat werde noch heute zusammenkommen.
Nach den scharfen internationalen Reaktionen drohte Nordkorea unterdessen mit weiteren Tests. Wenn die USA und ihre Verbündeten "ihre Politik der Einschüchterung" gegen Pjöngjang weiter verfolgten, werde es weitere Atomtests geben, sagte ein ranghoher Vertreter der nordkoreanischen Botschaft in Moskau.
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Zusätzlich zu dem unterirdischen Atomtest führte Nordkorea offenbar drei Raketentests aus. Neben einer Boden-Luft-Rakete mit einer Reichweite von 130 Kilometern seien zwei weitere Kurzstrecken-Raketen abgefeuert worden, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap.
Eine UN-Resolution von 2006 hatte Nordkorea derartige Tests untersagt. Der erste Atomtest 2006 hatte eine internationale Krise ausgelöst. In den vergangenen Wochen hatte Nordkorea seine Haltung im Atomstreit wieder deutlich verschärft. Anfang April zündete es eine Langstreckenrakete, nach eigenen Angaben, um einen Kommunikationssatelliten ins All zu befördern.
Pjöngjang verkündete nach der Verurteilung des UN-Sicherheitsrats seinen Rückzug aus den sogenannten Sechser-Gesprächen über eine Beendigung seines Atomprogramms und stellte gleichzeitig seine Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) ein. Sein Atomprogramm nahm Nordkorea wieder auf.
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