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Iran weist Forderungen vor Atomverhandlungen zurück
Streit um Atomanlage Fordo schon vor den Gesprächen
Vor den für Ende kommender Woche geplanten internationalen Verhandlungen über das iranische Atomprogramm bleiben die Fronten verhärtet. Die Führung in Teheran wies Forderungen nach Schließung der Anreicherungsanlage Fordo und einem Anreicherungsstopp für Uran zurück. Laut Medien sollen die USA und Europa dies fordern.
Kompromissbereitschaft vor Atomgesprächen?
C. Buttkereit, ARD Istanbul
09.04.2012 11:57 Uhr
"Atomtechnologie für friedliche Zwecke"
Solche Vorgaben seien nicht sinnvoll, sagte der Direktor der iranischen Atomenergiebehörde, Ferejdun Abbasi, nach Angaben der Agentur Isna. Präsident Mahmud Ahmadinedschad beharrte auf dem Recht, "Atomtechnologie für friedliche Zwecke" entwickeln und erwerben zu dürfen.
Die "New York Times" hatte am Samstag in ihrer Online-Ausgabe berichtet, dass der Westen dem Iran bereits zu Beginn der neuen Verhandlungen eine Reihe von harten Forderungen stellen wolle. Das Blatt berief sich auf europäische und amerikanische Diplomaten. Demnach soll die Führung in Teheran sofort die unterirdische und lange geheim gehaltene Atomanlage in Fordo schließen und die Anreicherung von Uran auf 20 Prozent stoppen. Auch die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, für die USA hätten eine Ende der Uran-Anreicherung und eine Schließung der Anlage Fordo Priorität. Reuters beruft sich dabei auf namentlich nicht genannte, hochrangige Mitarbeiter der US-Regierung.
Verhandlungen Ende der Woche in Istanbul
Die dritte Runde der Atomgespräche zwischen dem Iran und den fünf UN-Vetomächten USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland ist für Freitag und Samstag geplant. Der Iran stimmte nach Angaben des staatlichen Fernsehsenders PressTV zu, dass in Istanbul verhandelt wird. Zuletzt war dort im Januar 2011 verhandelt worden - das allerdings ergebnislos.
UN-Vetomächte wollen mit Iran über Atomprogramm verhandeln
tagesschau 20:00 Uhr, 08.04.2012, K. Scherer, ARD Washington
Der Westen reagiert besorgt auf die Fähigkeit des Iran, Uran auf bis zu 20 Prozent anzureichern. Das erhöht die Möglichkeit, waffenfähiges Uran herzustellen. Für den Bau einer Atombombe müsste Uran auf deutlich mehr als 80 Prozent angereichert werden. Der Westen verdächtigt die Führung in Teheran, dass sie unter dem Deckmantel der zivilen Atomforschung Kernwaffen entwickelt. Der Iran bestreitet das.
Existenz der Anlage in Fordo erst 2009 zugegeben
Die Existenz der lange geheim gehaltenen Anreicherungsanlage Fordo südlich von Teheran hatte die iranische Führung erst 2009 zugegeben. Damals war sie noch nicht in Betrieb.
Stand: 08.04.2012 18:58 Uhr
