Iran distanziert sich von Holocaust-Leugnung

NS-Verbrechen an Juden verurteilt

Holocaust - "Iran hat das nie geleugnet"

Mohammed Dschawad Sarif (Bildquelle: dpa)
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Sagt, dass die Leugnung des Holocaust eine private Meinung von Ex-Präsident Ahmadinedschad gewesen sei: Außenminister Sarif

Der neue iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hat sich von den Aussagen zum Holocaust durch den früheren Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad distanziert. Das sei nur dessen persönliche Meinung gewesen, teilte er auf Twitter mit.

Dort habe er während eines Meinungsaustausches über den Holocaust auf die Frage einer Nutzerin geantwortet, die sich als die Tochter der obersten Demokratin im US-Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, ausgegeben habe, sagte Sarif. Er hatte dort den Juden zum Neujahrstag gratuliert, und Christine Pelosi antwortete: "Vielen Dank, das neue Jahr wäre noch besser, wenn Sie die Leugnung des Holocausts durch den Iran beenden würden, Sir."

Sarif entgegnete darauf, dass der Iran den Holocaust nie geleugnet habe. Der Mann, der als Leugner des Verbrechens betrachtet worden sei, "ist nun weg", schrieb er mit Blick auf Ahmadinedschad.

In einem Interview mit dem Onlineportal Tasnim betonte Sarif zudem: "Wir verurteilen das von den Nazis verübte Massaker an den Juden, und wir verurteilen das von den Zionisten verübte Massaker an den Palästinensern."

Abkehr von einer Politik der Konfrontation

Irans Präsident Hassan Rohani (Bildquelle: AP)
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Zeigt sich moderat: Irans neuer Präsident Rohani

Die jüngst zu Ende gegangene Amtszeit des iranischen Staatschefs Ahmadinedschad war von Israel-feindlichen Äußerungen geprägt. Offiziell erkennt Teheran die Existenz des jüdischen Staates nicht an. Ahmadinedschads Nachfolger, Hassan Rohani, der seit Juni im Amt ist, ließ aber inzwischen mehrfach eine vorsichtige Abkehr von der konfrontativen Politik seines Vorgängers erkennen.

Er gilt als gemäßigter Präsident - offensichtlich bemüht, die Beziehungen zum Westen und zu Israel zu verbessern. Erst tags zuvor hatte auch Rohani auf einem Twitter-Konto "allen Juden" ein gesegnetes neues Jahr gewünscht.

Neuer Atom-Chefunterhändler

Bei den Atomgesprächen mit dem Westen scheint er ebenso um eine entspanntere Atmosphäre bemüht. Er entzog dem Nationalen Sicherheitsrat die Federführung für die Gespräche und übertrug sie dem Außenministerium und damit Minister Sarif, der früher UN-Botschafter war und als erfahrener Diplomat gilt.

Stand: 06.09.2013 10:33 Uhr

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