Iran wechselt Chefunterhändler aus Der Hardliner muss gehen

Stand: 06.09.2013 07:19 Uhr

Der neue iranische Präsident Hassan Rohani bemüht sich offenbar um eine entspanntere Atmosphäre bei den Atomgesprächen mit dem Westen. Er entzog dem Nationalen Sicherheitsrat die Federführung für die Gespräche und übertrug sie dem Außenministerium.

Irans Atomunterhändler Said Dschalili (Bildquelle: AFP)
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Irans Unterhändler Dschalili forderte, das Recht Irans auf ein Atomprogramm und Uran-Anreicherung anzuerkennen.

Als Folge verliert der bisherige Chefunterhändler Saeed Dschalili seinen Posten. Er galt bei seinen westlichen Gesprächspartnern als kompromissloser Hardliner. Atomexperten spekulieren nun, ob der Wechsel der Zuständigkeit einen Willen zu mehr Flexibilität bei den Gesprächen anzeigt. An der Spitze des Außenministerium steht seit kurzem der frühere UN-Botschafter Mohammed Dschawad Sarif, der als erfahrener Diplomat gilt.

Nicht unter Drohungen verhandeln

Rohani hatte nach seinem Amtsantritt gesagt, er wolle den Atomstreit lösen. Dies könne aber nur durch Verhandlungen, nicht durch Drohungen geschehen.

Die Atomgespräche des Iran mit dem Westen liegen seit Monaten auf Eis. Die USA und andere Länder befürchten, dass der Iran Atomwaffen bauen will und haben wirtschaftliche Sanktionen gegen das Land verhängt. Teheran bestreitet die Vorwürfe und erklärt, der Bau von Reaktoren diene lediglich zivilen Zwecken wie der Energiegewinnung und medizinischen Forschung.

Neues Gesprächsangebot aus Washington

Angesichts der Äußerungen Rohanis forderten die USA den Iran erneut zu Gesprächen über das Atomprogramm auf. US-Außenamtssprecherin Jen Psaki sagte, die US-Regierung hoffe, dass Teheran zu einer "diplomatischen Lösung" bereit sei und mit der Internationalen Atomenergiebehörde in vollem Umfang kooperieren werde. Der Iran werde in den USA einen "bereitwilligen Partner" finden, wenn er seine internationalen Verpflichtungen erfülle und sich ernsthaft engagiere.

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