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28.05.2012

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Iran Atom
IAEA kehrt mit leeren Händen aus dem Iran zurück
Atomkonflikt mit dem Iran

IAEA kehrt mit leeren Händen aus dem Iran zurück

Es gibt keinerlei Fortschritte in den Gesprächen zwischen der Internationale Atomenergieagentur IAEA und dem Iran. Nach der Rückkehr der Delegation mit Chefinspektor Nackaerts nach Wien macht sich Enttäuschung breit. Es habe keine einzige Übereinstimmung gegeben.

Von Jörg Paas, ARD-Hörfunkstudio Wien

IAEA-Delegationsleiter Herman Nackaerts (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: IAEA-Delegationsleiter Nackaerts und sein Team kehrten ohne Fortschritte aus dem Iran zurück. ]
Es herrscht große Enttäuschung am Sitz der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA: Schon in der Nacht gab die Behörde eine Pressemeldung heraus, die deutlich machte, dass es hinsichtlich der offenen Fragen zum iranischen Atomprogramm keinerlei Fortschritt gibt. Am Vormittag landete dann die Delegation unter Leitung von IAEA-Chefinspektor Hermann Nackaerts wieder in Wien.

"Wir hatten zwei Tage lang intensive Gespräche in Teheran. Wir haben versucht, eine Übereinkunft zu erzielen, wie die ausstehenden Fragen geklärt werden können. Insbesondere haben wir die mögliche militärische Dimension des iranischen Atomprogramms angesprochen. Und wir haben versucht, zu einem Standort Zugang zu bekommen, der wichtig für unsere Untersuchungen gewesen wäre", sagte Nackaerts nach seiner Wiederkehr. "All diese Ansätze haben wir in einem konstruktiven Geist verfolgt, aber leider konnten wir über keinen einzigen dieser Ansätze Übereinstimmung erzielen."

Audio: IAEA enttäuscht nach erfolgloser Iran-Visite

AudioJörg Paas, ARD-Hörfunkstudio Wien 22.02.2012 13:38 | 3'19
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Es war bereits die zweite Reise des IAEA-Chefinspektors nach Teheran innerhalb eines Monats. Weitere Treffen mit der iranischen Führung sind zunächst nicht geplant. Ob sie Sinn machen würden, wollte Nackaerts direkt nach der Landung in Wien nicht beantworten. "Wir werden nun dem Generaldirektor Bericht erstatten. Anfang März wird sich der Gouverneursrat mit dem Thema beschäftigen. Dann werden wir sehen, was die nächsten Schritte sind."

Keine Besserung seit dem Bericht von November

Der Chef der IAEA, Yukio Amano (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Blickt mit Sorge auf den Iran: IAEA-Chef Amano ]
Deutlicher als jemals zuvor hatte die Internationale Atomenergiebehörde in ihrem jüngsten Bericht vom November vergangenen Jahres den Verdacht formuliert, dass Iran heimlich eine Atombombe entwickelt. Aus Sicht des Generaldirektors der IAEA, Yukija Amano, wurde es schon damals höchste Zeit, dass Teheran über viele offene Fragen hinsichtlich seines Nuklearprogramms Auskunft gibt: "Der Bericht ist vorsichtig formuliert. Er enthält die Feststellung, dass der Iran wesentliche Arbeiten für die Entwicklung von nuklearen Sprengkörpern durchgeführt hat. Weiter gehe ich nicht. Ich spekuliere nicht." 

Iran sei in vielen wichtigen Bereichen zum Bau tätig

Immer wieder hoben die Verfasser des Berichts im November hervor, dass sie ihre Erkenntnisse aus einer Vielfalt von unabhängigen Quellen schöpften. Demnach war der Iran in den letzten Jahren in sämtlichen für den Bau von Atomwaffen wichtigen Bereichen tätig. Dazu zählen neben der bisher schon bekannten Anreicherung von Uran auch die Konstruktion eines atomaren Sprengkopfes. Diesen könnten iranische Raketen transportieren. Außerdem arbeite man an der komplizierten Entwicklung eines Zündmechanismus, der eine nukleare Kettenreaktion in Gang setzen könnte.

Iran ändert seine Haltung nicht

Nicht nur der Westen, sondern auch Russland und China, forderten die iranische Führung daraufhin in einer gemeinsamen Resolution dringend dazu auf, mit der IAEA offen und vorbehaltlos zu kooperieren. Doch der iranische IAEA-Botschafter, Ali Asgar Soltanieh, zeigte sich schon damals von den Vorwürfen unbeeindruckt: Der Bericht sei unprofessionell, unausgewogen und politisch motiviert, meinte er. Er sei unter dem Druck der Amerikaner und der Europäer zustande gekommen.

Bei dieser Haltung ist Teheran bis heute geblieben, ohne den Vorwurf geheimer militärischer Atom-Pläne für die IAEA überzeugend auszuräumen.

Stand: 22.02.2012 14:31 Uhr
 

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