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21.03.2010

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Ausland
Piraten im Golf von Aden
Die Mission "Atalanta" - erfolgreich oder überfordert?
Die Anti-Piraten-Mission "Atalanta"

Erfolgreich oder überfordert?

Seit einem Jahr kontrollieren Bundeswehrsoldaten im Rahmen der Anti-Piraten-Mission "Atalanta" die Gewässer am Horn von Afrika - mehr oder weniger erfolgreich. Die Hauptrouten sind zwar relativ sicher, dafür schlagen die Piraten jetzt immer weiter von der Küste entfernt zu.

Von Antje Diekhans, ARD-Hörfunkstudio Nairobi

Es ist der erste europäische Flotteneinsatz dieser Art: Vor rund einem Jahr startete die EU-Mission "Atalanta". Deutschland beteiligt sich daran zur Zeit mit rund 240 Soldaten und einer Fregatte. Ziel des Einsatzes: Gegen somalische Piraten vorzugehen. Der Schiffsverkehr vor der ostafrikanischen Küste soll wieder sicherer werden.

Ein Bundeswehr-Hubschrauber kontrolliert einen Hafen vor Dschibuti. (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Die Bundeswehr beteiligt sich seit Dezember 2008 im Rahmen der EU-Mission "Atalanta" an Anti-Piraten-Operationen im Golf von Aden. ]
Nach Meinung des Sprechers der EU-Mission, Peter Benn, kann "Atalanta" schon einige Erfolge verbuchen: "Bevor die Mission startete, war jeder dritte Piratenangriff erfolgreich. Jetzt ist es weniger als jeder neunte. Der Einsatz zeigt also Wirkung. Die Botschaft an somalische Piraten ist: Wenn ihr rausfahrt, um Schiffe zu überfallen, ist es sehr wahrscheinlich, dass ihr dafür zur Rechenschaft gezogen werdet."

Mehr Überfälle weit draußen auf See

Allerdings: Die Zahl der Überfälle insgesamt hat deutlich zugenommen. Die Internationale Seefahrtsbehörde zählte allein in den ersten neun Monaten rund 150 Angriffe somalischer Piraten - mehr als doppelt so viel wie im gesamten Vorjahr. Zwar können die viel befahrenen Seefahrtswege vor der Küste und im Golf von Aden zum großen Teil gesichert werden. Aber seitdem schlagen die Piraten auf anderen Routen zu. Sie fahren weit raus - Anfang November wurde ein Tanker knapp 1000 Seemeilen vor der Küste angegriffen, das war nach Angaben von "Atalanta" der bisher am weitesten von Somalia entfernte Kaper-Versuch.

EU-Mission "Atalanta":

Gegen die Piraten am Horn von Afrika ist seit Ende 2008 die EU-Mission "Atalanta" im Einsatz. Benannt ist sie nach der griechischen Sagengestalt Atalanta, einer Jägerin. Wichtigste Aufgabe der EU-Mission ist es, Lebensmittellieferungen des Welternährungsprogramms nach Somalia vor Piratenüberfällen zu schützen. Kommerzielle Frachter, die das gefährliche Seegebiet am Horn von Afrika durchqueren müssen, können "Atalanta" bei einem Angriff aber ebenfalls zu Hilfe rufen.

Die Zusammensetzung der Flotte wechselt ständig, weil viele Staaten nur für einige Monate dabei sind und danach von anderen Truppenstellern abgelöst werden. Die Kommandozentrale von "Atalanta" liegt im britischen Northwood.
 

Einsatzgebiet bis zu den Seychellen

Das Einsatzgebiet der EU-Mission reicht mittlerweile bis zu den Seychellen und umfasst rund fünf Millionen Quadratkilometer - das entspricht etwa der Größe der Europäischen Union. Auch Sprecher Peter Benn muss da vorsichtig einräumen, dass "Atalanta" eine so große Region unmöglich ausreichend kontrollieren kann: "Wenn man einen der Admirale oder Fregattenkapitäne fragt, hast du genug Schiffe, wird er natürlich immer sagen: Wir könnten noch mehr gebrauchen. Aber unser Verband ist stark genug, um Piraten abzuschrecken und Angriffe zu verhindern."

Dossier:

Zwei Boote der HMS Cumberland fangen ein Piratenboot ab. (Foto: AFP)
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EU will AU-Soldaten ausbilden

Die Europäische Union plant jetzt, das Problem auch von anderer Seite anzugehen. Sie will an die 3000 somalische Soldaten und Militärs der Afrikanischen Union ausbilden, die an Land die Piraterie bekämpfen sollen. Über die Trainingsmission wird voraussichtlich im kommenden Jahr entschieden. Nur wie viel sie ausrichten kann, ist fraglich.

Somalia ist ein Land, das seit rund zwei Jahrzehnten in Anarchie und Chaos versinkt. Etwa 5000 Soldaten, die schon von der Afrikanischen Union geschickt wurden, konnten bisher nichts ausrichten. Da wird auch dieser Einsatz der Europäischen Union wohl eine Nummer zu klein sein.

Stand: 09.12.2009 13:11 Uhr
 

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