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NASA wertet Asteroid-Aufnahmen aus
Lernen für den Ernstfall
Der Asteroid "2012 DA14" ist an der Erde vorbeigeflogen - so, wie die NASA es berechnet hatte. Für die US-Weltraumbehörde beginnt jetzt die Auswertung der Fotos und Daten. Dies sei wichtig für den Ernstfall, wenn sich ein großer Asteroid auf Kollisionskurs mit der Erde befinde.
Vom Martin Ganslmeier, NDR-Hörfunkstudio Washington
Auf dem Bildschirm von NASA-TV war der Asteroid nur als kleiner Strich zu erkennen, der über den nächtlichen Himmel zog. Doch Paul Chodas von der amerikanischen Weltraumbehörde war begeistert: "Was für ein aufregender Tag! Das ist wie auf der Schießbahn: Zwei Himmelskörper, die sich der Erde am selben Tag nähern."
Vor allem freute den NASA-Forscher, dass sich Asteroid "2012 DA14" so verhalten hatte, wie vorhergesagt: Kurz vor 20.30 Uhr deutscher Zeit kam er der Erde Freitagabend am nächsten - bis auf knapp 28.000 Kilometer. Das ist 15-mal näher als der Mond und deutlich dichter als unsere Fernseh- und Wetter-Satelliten. "Es ist erstaunlich, wie hell der Asteroid ist", schwärmte Chodas. Dabei sei er ein "kleiner Kerl", halb so groß wie ein Fußballfeld, auch wenn man ihn überall auf der Welt mit bescheidenen Fernrohren sehen konnte.
Asteroid begeistert die NASA
M. Ganselmeier, NDR-Hörfunkstudio Washington
16.02.2013 04:37 Uhr
Australien und Asien schickten die meisten Bilder
Vor allem aus Australien und Asien trafen zahlreiche Aufnahmen von Sternforschern in der NASA-Zentrale ein. Die Bilder und Daten aus aller Welt helfen der amerikanischen Weltraumbehörde, die weitere Umlaufbahn des Asteroiden um die Sonne zu berechnen. Die NASA nutzte ihre Radarteleskope und Weltall-Antennen. Davon verspricht sich Chodas wertvolle Informationen über die Spektralklasse, die chemische Zusammensetzung sowie Gestalt, Größe und Rotation des Himmelskörpers.
Im Laufe der nächsten Tage will die NASA auswerten, aus welchen Gesteinen und Metallen der Asteroid besteht, und wie stark die Anziehungskraft der Erde auf ihn eingewirkt hat. All dies sei wichtig für den Ernstfall, wenn sich ein großer Asteroid auf Kollisionskurs mit der Erde befindet.
Asteroid "2012 DA14" zieht an der Erde vorbei
nachtmagazin 01:00 Uhr, 16.02.2013, Kirsten Rulf, WDR
Meteorit über Russland war 15 Meter groß
Einen Eindruck von dem, was dann passieren würde, bot der Einschlag des deutlich kleineren Meteoriten über Russland. Nach Erkenntnissen der NASA war er beim Eintritt in die Erdatmosphäre 15 Meter groß - nur ein Drittel der Größe des Asteroiden. Dass beide Himmelskörper die Erde am selben Tag besuchten, bezeichnete die NASA als "kosmischen Zufall".
Der frühere Astronaut Ed Lu sieht darin allerdings einen "Weckruf" für die Menschheit: "Die Dinger fliegen im All herum. Das Risiko mag gering sein. Aber irgendwann werden wir wieder getroffen", warnte er. Das passiert etwa alle 1200 Jahre, haben Weltraumforscher berechnet. Zuletzt geschah dies 1908, als ein ebenfalls rund 50 Meter großer Asteroid über Sibirien explodierte und 80 Millionen Bäume wie Streichhölzer umknickte.
"Man kann einen Asteroiden ablenken"
Lu hat ein Unternehmen gegründet, dass gefährliche Asteroide schon im All von ihrem Kurs abbringen will: "Die Leute glauben, man könnte einen Asteroiden nicht ablenken, doch man kann! Aber nur, wenn wir ihn ein Jahrzehnt vorher bemerken." Asteroiden-Jäger wie Ed Lu haben derzeit Hochkonjunktur in den amerikanischen Medien.
Mehr Geld sei nötig, forderte allerdings auch die NASA, um die Menschheit besser vor gefährlichen Geschossen aus dem All zu schützen. Ob der amerikanische Präsident diese Warnungen gehört hat, ist zweifelhaft. Barack Obama war zur gleichen Zeit in Chicago und setzte sich dort ebenfalls für einen besseren Schutz der Menschen ein - allerdings vor irdischen Geschossen.
Stand: 16.02.2013 10:49 Uhr
