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Ecuador holt sich weitere Unterstützung
Südamerikanische Staaten im Fall Assange solidarisch
Die Union Südamerikanischer Nationen (Unasur) hat Ecuador im diplomatischen Konflikt mit Großbritannien um WikiLeaks-Gründer Julian Assange ihre Unterstützung ausgesprochen. Nach einem Treffen in der ecuadorianischen Stadt Guayaquil erklärten sich die Außenminister des Staatenbundes solidarisch mit Ecuador und verurteilten die Drohung Großbritanniens, die ecuadorianische Botschaft in London zu stürmen. Die Entscheidung fiel allerdings nicht einstimmig. Brasilien, Kolumbien, Mexiko und Chile haben bislang noch keine Stellung in dem Streit bezogen.
"Die Zeiten des Kolonialismus sind vorbei", erklärte Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño vor seinen Kollegen der Region. Die Regeln des internationalen Zusammenlebens seien bindend für alle Staaten der Welt. Sie seien zu befolgen, unabhängig von deren wirtschaftlichen, politischen oder militärischen Macht.
Die Unasur-Staaten forderten außerdem die beteiligten Länder auf, in direkten Verhandlungen eine für alle Seiten annehmbare Lösung im Rahmen des internationalen Rechts zu finden.
Drohungen der linksgerichteten Alba-Staaten
Am Samstag hatten die linksgerichteten ALBA-Staaten bereits Ecuadors Regierung Rückendeckung zugesichert. Die Außenminister des Staatenbündnisses, in dem Venezuela und Kuba federführend sind, unterstützte das Recht Ecuadors, Assange diplomatisches Asyl zu gewähren und forderten zudem eine Debatte in den Vereinten Nationen über die Unantastbarkeit der diplomatischen Vertretungen. Sie drohten zudem mit Konsequenzen gedroht, sollte Großbritannien die Immunität der Botschaft missachten.
Die Debatte geht weiter - am Freitag in der OAS. Dann treffen sich die die Außenminister des Kontinents auf einer außerordentlichen Sitzung der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) in Washington. Mit am Tisch sitzen dann auch die USA.
Wie geht's weiter? Kein Hinweis von Assange
Wie das diplomatische Tauziehen um Assange beendet werden kann, ist es weiter unklar. Assange selbst gab bei seinem mit Spannung erwarteten Auftritt auf dem Balkon der ecuadorianischen Botschaft in London keine Hinweise auf sein weiteres Vorgehen. Er rief lediglich die USA auf, die "Hexenjagd gegen WikilLaks" einzustellen.
Wikileaks-Gründer wirft USA Hexenjagd vor
tagesthemen 22:45 Uhr, 20.08.2012, Frank Jahn, ARD London
Der WikiLeaks-Gründer hält sich seit dem 19. Juni in der Botschaft auf, um einem Haftbefehl aus Schweden wegen des Verdachts auf Sexualdelikte zu entkommen. London hatte angedeutet, zur Festnahme notfalls in die Botschaft eindringen zu wollen. Der 41-jährige Australier fürchtet, dass er nach einer Auslieferung nach Schweden weiter an die USA übergeben werden könnte. Dort droht ihm lebenslange Haft wegen der Veröffentlichung bei WikiLeaks von unzähligen vertraulichen diplomatischen Depeschen aus den USA.
Stand: 20.08.2012 02:20 Uhr
