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Julian Assange bei seinem Auftritt auf dem Balkon der Botschaft Ecuadors in London

Assange-Auftritt in London

Keine neue Botschaft aus der Botschaft

Erstmals seit seiner Flucht in die ecuadorianische Botschaft in London hat sich WikiLeaks-Gründer Julian Assange öffentlich zum diplomatischen Gezerre um seine Person geäußert. Von einem Balkon der diplomatischen Vertretung aus gab sich der 41-Jährige unbeugsam und dankte Ecuadors Präsident Rafael Correa für den "Mut", ihm politisches Asyl zu gewähren.

Fragen nach seiner persönlichen Zukunft ließ Assange aber offen. Mit seinem Auftritt vermied er es, die Botschaft und damit das Hoheitsgebiet Ecuadors zu verlassen. Hätte er das getan, wäre er Gefahr gelaufen, von der britischen Polizei festgenommen zu werden.

Frank Jahn (ARD) über die Erklärung von WikiLeak-Gründer Assange
tagesschau 16:15 Uhr, 19.08.2012

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Anwalt kündigt Schritte an

Sein Rechtsberater, der frühere spanische Untersuchungsrichter Baltasar Garzón, hatte zuvor mitgeteilt, Assange habe sein Anwaltsteam mit weiteren juristischen Schritten beauftragt. Details nannte er aber nicht. Assange selbst rief die USA auf, die "Hexenjagd" gegen WikiLeaks sowie auf Informanten zu beenden.

Gegen Assange liegt ein Auslieferungsbefehl nach Schweden vor. Dort soll Assange zu Vorwürfen befragt werden, er habe zwei Frauen sexuell belästigt beziehungsweise vergewaltigt. Der Australier fürchtet nach eigener Aussage, im Fall einer Auslieferung an Schweden weiter in die USA überstellt zu werden.

Abgesperrte Botschaft Ecuadors in London
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Auch während der Rede Assanges blieb die Botschaft Ecuadors abgeriegelt.

Was planen die USA?

Nach übereinstimmenden Angaben aus den USA, Schweden und Großbritannien hat Washington jedoch bisher keine Schritte unternommen, um seine Auslieferung zu erreichen.

Alle Versuche Assange, vor britischen Gerichten seine Auslieferung nach Schweden zu verhindern, waren gescheitert. Vor zwei Monaten hatte er sich in die Botschaft Ecuadors geflüchtet. Am Freitag gewährte Ecuador dem Wikileaks-Gründer dann offiziell Asyl.

Das Tauziehen um Assange hat sich zu einer schweren diplomatischen Krise zwischen Großbritannien und Ecuador sowie anderen südamerikanischen Staaten entwickelt. Das Bündnis aus linksgerichteten lateinamerikanischen Staaten ALBA drohte bei einem Treffen im ecuadorianischen Guayaquil Großbritannien "ernsthafte Konsequenzen" an, sollte die territoriale Integrität der Botschaft Ecuadors verletzt werden.

Laut Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño hatte Großbritannien damit gedroht, den Status der ecuadorianische Botschaft in London aufzuheben und das Gebäude zu stürmen

Die Vorwürfe gegen Assange

WikiLeaks-Gründer Julian Assange wird von zwei Frauen beschuldigt, bei einem Aufenthalt in Schweden im August 2010 mehrfach von ihnen ungeschützten Geschlechtsverkehr verlangt und diesen auch durchgesetzt zu haben. Er soll nun dort wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung, sexuellen Belästigung und Nötigung befragt werden. Dann könnte eine Anklage folgen.

Stand: 19.08.2012 16:22 Uhr

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