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Assange und Polizei vor der Equadorianischen Botschaft.

Diplomatischer Eklat mit Großbritannien droht

Asyl-Land Ecuador - für Assange unerreichbar

Ecuador gewährt dem WikiLeaks-Gründer Assange Asyl. Bei dessen Anhängern sorgte diese Nachricht für Jubel. Doch ecuadorianischen Boden wird Assange wohl kaum betreten. Er ist noch immer in der Botschaft in London - und Großbritannien will ihn weiterhin nach Schweden ausliefern.

Von Sebastian Hesse, MDR-Hörfunkkorrespondent London

Vor dem Gebäude im Londoner Nobelstadtteil Knightsbridge, in dem die kleine ecuadorianische Botschaft untergebracht ist, brach spontaner Jubel aus. Seit dem 19. Juni hält sich Julian Assange hier auf und heute waren Anhänger des WikiLeaks-Gründers hier aufmarschiert. Sie wollten vor allem verhindern, dass Großbritannien seine vermeintliche Drohung wahr macht und die Botschaft stürmt, um Assange zu verhaften.

Noch bevor in Quito die Entscheidung der dortigen Regierung verkündet wurde, kam es in London zu Rangeleien mit der Polizei und drei Verhaftungen. Die britischen Fernsehkanäle waren dann am Mittag live dabei, als Ecuadors Außenminister Ricardo Patino vor die Presse trat. "Die Tradition ehrend, dass wir Schutzsuchende aufnehmen, wird Mr. Assange politisches Asyl gewährt", erklärte Patino.

Ecuadors Außenminister Patino
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Die Ankündigung von Ecuadors Außenminister Patino, Assange Asyl zu gewähren...

Assange-Unterstützer vor der Botschaft
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... wurde von Assanges Unterstützern in London mit Jubel aufgenommen.

"Die Antworten waren unbefriedigend"

Zuvor hatte der Chefdiplomat ausführlich geschildert, wie seine Regierung sich in Großbritannien und Schweden um Garantien dafür bemüht habe, dass Assange nicht an die USA ausgeliefert wird. Und wie sie in Washington in Erfahrung bringen wollte, was Assange im Falle einer Auslieferung droht. Die Antworten seien unbefriedigend gewesen.

Auf die jüngste diplomatische Verstimmung mit den Briten war Patino nur indirekt eingegangen. Die britische Regierung hatte offenbar damit gedroht, die ecuadorianische Botschaft zu stürmen, um Assange zu verhaften. Rechtsgrundlage dafür sei ein sogenanntes "Konsulargesetz" von 1987.

Diplomaten befürchten Konsequenzen

Das jedoch verwundert in Großbritannien auch Karrierediplomaten wie Tony Brenton, der unter anderem britischer Botschafter in Moskau war. Er vermute, dass der Hinweis des Außenministeriums auf das Konsulargesetz ein Fehler war - aus pragmatischen und juristischen Gründen, so Brenton in der BBC.

"Wenn man das macht, droht es britischen Diplomaten in aller Welt, genauso behandelt zu werden." Die Wiener Konvention besage deutlich, dass man Botschaften nicht den diplomatischen Status entziehen könne, ohne gleichzeitig die diplomatischen Beziehungen mit dem entsprechenden Land gekappt zu haben, so der Diplomat.

Tauziehen zwischen England und Ecuador um Assange
tagesthemen 22:15 Uhr, 16.08.2012, Frank Jahn, ARD London

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Reaktionen auf die Asylentscheidung im Fall Assange
S. Hesse, MDR London
16.08.2012 16:40 Uhr

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Assange: "Ein entscheidender Sieg"

Ecuador hatte empört auf die vermeintliche Drohung regiert und betont, das Land sei keine britische Kolonie. Nun wird mit Spannung erwartet, wie Großbritannien mit der neuen Situation umgehen wird. "Wir sind sehr enttäuscht über die ecuadorianische Entscheidung", ließ das britische Außenministerium über Twitter verkünden. Klar ist nur, dass Assange sofort wegen Verstoßes gegen seine Kautionsauflagen verhaftet wird, wenn er das Botschaftsgebäude verlässt.

Eine Ausreise nach Ecuador ist also unmöglich. Der WikiLeaks-Gründer hat in einer Erklärung von einem "entscheidenden Sieg" gesprochen. Allerdings werde das Leben für ihn jetzt "stressvoller". Damit hat Assange sicher recht.

Die Vorwürfe gegen Assange

WikiLeaks-Gründer Julian Assange wird von zwei Frauen beschuldigt, bei einem Aufenthalt in Schweden im August 2010 mehrfach von ihnen ungeschützten Geschlechtsverkehr verlangt und diesen auch durchgesetzt zu haben. Er soll nun dort wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung, sexuellen Belästigung und Nötigung befragt werden. Dann könnte eine Anklage folgen.

Stand: 16.08.2012 17:51 Uhr

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