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Ecuador will erst nach Olympia beraten

Vorerst keine Entscheidung über Assange-Asyl

WikiLeaks-Chef Assange auf dem Weg zur Verhandlung in London
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Assange wartet in der ecuadorianischen Botschaft auf die Entscheidung über seinen Asylantrag.

Ecuador will erst nach den Olympischen Sommerspielen in London über den Asylantrag von WikiLeaks-Mitbegründer Julian Assange entscheiden. Außenminister Ricardo Patino sagte dem ecuadorianischen Fernsehsender ECTV, die Beratung über das Gesuch Assanges solle die Olympischen Spiele "nicht beeinträchtigen". Die Entscheidungen seiner Regierung könnten anders ausfallen als die Positionen Londons, sollten die Beziehungen zu Großbritannien aber nicht beeinflussen, sagte der Minister.

Assange hatte am 19. Juni in der ecuadorianischen Botschaft in London Zuflucht gesucht und politisches Asyl beantragt. Dort wird er nun also bis mindestens zum 13. August auf eine Entscheidung ausharren müssen - das ist der erste Tag nach dem Ende der Olympischen Spiele. Denn sollte er die Botschaft verlassen, könne er sofort festgenommen werden, teilte die Londoner Polizei mit.

Angst vor Auslieferung in die USA

Der Australier soll von Großbritannien an Schweden ausgeliefert werden. Dort soll er befragt werden, weil er im Sommer 2010 zwei Frauen sexuell belästigt und in einem Fall vergewaltigt haben soll. Assange bestreitet dies.

Er wiederum befürchtet, dass die schwedische Justiz ihn an die USA überstellt. Dort wird gegen ihn wegen der Bedrohung der nationalen Sicherheit ermittelt. Vor zwei Jahren hatte Assange für weltweites Aufsehen gesorgt, weil WikiLeaks Tausende geheime US-Dokumente unter anderem über die Kriege im Irak und in Afghanistan veröffentlichte. Es war die größte Enthüllung geheimer Dokumente in der Geschichte der USA. Die US-Regierung sieht in dem Australier einen Verräter. In der Anti-Zensur-Bewegung wird er dagegen wie ein Held gefeiert. Assange sieht sich als politisch Verfolgter.

Stand: 26.07.2012 12:06 Uhr

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