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WikiLeaks-Gründer fürchtet Auslieferung nach Schweden

Assange beantragt Asyl in Ecuador

Der WikiLeaks-Gründer Julian Assange hat sich mit der Flucht in die ecuadorianische Botschaft in London dem Zugriff der britischen Behörden entzogen. Das räumte das britische Außenministerium ein.

Julian Assange
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Julian Assange ist in die Botschaft von Ecuador geflüchtet. (Archiv)

Der 40 Jahre alte Australier, der seit einem Jahr unter strengen Auflagen in Großbritannien lebt und dort vor einer Auslieferung nach Schweden steht, habe politisches Asyl beantragt, sagte Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño auf einer Pressekonferenz in Quito. Der Fall werde derzeit geprüft, Großbritannien sei über den Vorgang informiert worden.

Die britischen Behörden drohten Assange inzwischen mit einer Festnahme, sobald er die Botschaft verlassen sollte. "Er ist für die Verletzung der Auflagen zu verhaften", sagte eine Sprecherin der Londoner Polizei.

Gute Beziehungen zu Ecuador

Bereits im November 2010 hatte Ecuador Assange einen Aufenthalt in dem südamerikanischen Land angeboten. Es hatte damals aber darauf hingewiesen, dass es sich nicht um ein Asylangebot handle. Assange wird ein persönlich gutes Verhältnis zu Ecuadors Präsidenten Rafael Correa nachgesagt.

Correas linksgerichtete Regierung ist gegenüber den USA kritisch eingestellt und hatte sich in der Vergangenheit auch positiv über WikiLeaks geäußert. Zum Beispiel war Correa per Videoschaltung Gast in Assanges Talkshow, die seit April im russischen Fernsehen läuft, und hatte diesem Mut zugesprochen. Auch in diesem Zusammenhang soll Assange ein Angebot für Asyl in Ecuador erhalten haben.

Assange sucht Asyl in der Botschaft Ecuadors
B. Wesel, RBB London
20.06.2012 09:20 Uhr

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Britisches Gericht wies Einspruch gegen Auslieferung ab

Vor weniger als einer Woche hatte der Oberste Gerichtshof in Großbritannien eine Wiederaufnahme des Auslieferungsverfahrens gegen Assange abgelehnt. Der WikiLeaks-Gründer soll in Schweden wegen Vergewaltigungs- und Nötigungsvorwürfen verhört werden. Ihm bleibt noch der Weg zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Assange sehe seine grundlegenden Rechte von seinem Heimatland Australien nicht ausreichend geschützt, hieß es in einer Mitteilung, die das ecuadorianische Außenministerium auf seiner Internetseite veröffentlichte. Außerdem werde in den USA gegen ihn ermittelt, "ein Staat in dem auf diese Vergehen (Spionage und Verrat) die Todesstrafe steht". Assange verstehe sich als politischer Verfolgter, hieß es in dem Schreiben weiter.

Die Vorwürfe gegen Assange

WikiLeaks-Gründer Julian Assange wird von zwei Frauen beschuldigt, bei einem Aufenthalt in Schweden im August 2010 mehrfach von ihnen ungeschützten Geschlechtsverkehr verlangt und diesen auch durchgesetzt zu haben. Er soll nun dort wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung, sexuellen Belästigung und Nötigung befragt werden. Dann könnte eine Anklage folgen.

Geheime Dokumente enthüllt

Vor zwei Jahren hatte Assange für weltweites Aufsehen gesorgt, weil WikiLeaks Tausende geheime US-Dokumente, unter anderem über die Kriege im Irak und in Afghanistan, veröffentlichte. Es war die größte Enthüllung geheimer Dokumente in der Geschichte der USA. Die US-Regierung sieht in dem Australier einen Verräter. In der Anti-Zensur-Bewegung wurde er dagegen zeitweise als Held gefeiert.

Stand: 20.06.2012 15:21 Uhr

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