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Der Online-Zahlungsdienst PayPal hat nach massiven Protesten der WikiLeaks-Anhänger beschlossen, eingefrorene Spenden an die Enthüllungsplattform auszuzahlen. PayPal-Justiziar John Muller erklärte im Firmenblog: "Wir verstehen, dass die Entscheidung von PayPal zum Gegenstand einer größeren Geschichte geworden ist, bei der es rund um die Aktivitäten von WikiLeaks auch um politische und juristische Debatten und um die Meinungsfreiheit geht."
Die zu den wichtigsten Spendensammlern von WikiLeaks zählende Wau-Holland-Stiftung will nach eigenen Angaben rechtlich gegen die Sperrung ihres PayPal-Kontos vorgehen, weil diese nicht angekündigt worden war. Die Stiftung bezifferte die Höhe der zeitweise eingefrorenen Spenden auf rund 10.000 Euro.
Zuvor hatten Netz-Aktivisten mit der in den Niederlanden gestarteten" Operation Payback" die Internetseite von Mastercard mehr als zehn Stunden lahmgelegt. Die Gruppe "Anonymous" hatte die Attacke eine Stunde im Voraus über den Online-Dienst Twitter angekündigt. Mastercard gelang es nicht mehr, den Zusammenbruch der Seite zu verhindern. Inzwischen ist das Kreditkartenunternehmen wieder erreichbar.
Nun ist, ebenfalls aus den Niederlanden gesteuert, der Konkurrent Visa durch die Hacker gestört worden. Die Web-Seiten der Kreditkartenunternehmen wurden mit so einer gewaltigen Anzahl von Verbindungsversuchen angesteuert, dass das Netz zusammenbrach. Beide Kreditkarten-Firmen hatten angekündigt, keine Zahlungen an die Enthüllungsplattform mehr zuzulassen.
Die Ermittlungsbehörden in den Niederlanden begannen nun eine groß angelegte Untersuchung, um den Hackern auf die Spur zu kommen. Die "Nationale Recherche" - eine Einheit der Staatsanwaltschaft, die die Organisierte Kriminalität bekämpft - ist mit den Ermittlungen beauftragt worden.
"Anonymous" bezeichnete die Aktion als "Operation: Payback" und sprach von einer Kampagne gegen "freiheitsfeindliche Organisationen". Sie kündigte weitere Attacken an. Jeder mit einer "Anti-WikiLeaks-Agenda ist in unserem Angriffsbereich", erklärte die Gruppe.
Der in Schweden ansässige Online-Zahlungsdienst Flattr teilte derweil mit, dass er weiter Spenden an WikiLeaks überweisen werde. Solange es kein Gericht gebe, das die Aktivitäten von WikiLeaks für illegal erkläre, werde man die Spenden der Flattr-Nutzer weiterreichen, sagte Vorstandschef Linus Olsson der Zeitung "Sydsvenskan".
Unterdessen wurden offenbar erstmals auch schwedische Regierungswebsites angegriffen. Lokale Medien berichten, dass in der vergangenen Nacht die Website der schwedischen Regierung vorübergehend lahmgelegt worden sei.
Auch die Internetseite der US-Politikerin Sarah Palin war vorübergehend blockiert, dem Sender ABC News zufolge waren auch die Kreditkartenkonten von Palin und ihrem Mann betroffen.
WikiLeaks-Mitbegründer Julian Assange hatte nach den Attacken auf Mastercard über seinen Anwalt erklären lassen, er stehe nicht hinter den Hacker-Angriffen auf Unternehmensserver. Assange hatte sich am Dienstag der Polizei in London gestellt und ist zunächst bis zum 14. Dezember in Gewahrsam genommen worden. Schweden verlangt seine Auslieferung. Assange steht unter dem Verdacht der Vergewaltigung in zwei Fällen.
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