Julian Assange vor der Flagge Ecuadors | Bildquelle: dpa

Wikileaks-Gründer Ecuador bürgert Assange ein

Stand: 11.01.2018 17:40 Uhr

WikiLeaks-Gründer Assange ist Bürger von Ecuador. Das Land gab dessen Einbürgerung bekannt. Zuvor hatte Großbritannien dem seit 2012 in Ecuadors Londoner Botschaft lebenden Assange den Diplomatenstatus verweigert.

Ecuador hat den in seiner Londoner Botschaft lebenden WikiLeaks-Gründer Julian Assange eingebürgert. Dem Australier sei bereits am 12. Dezember auf seinen Wunsch hin die Staatsbürgerschaft zuerkannt worden, teilte Außenministerin María Fernanda Espinosa mit. Ihr Land habe sich für die Einbürgerung von Assange entschieden, während nach Wegen zu einer Lösung seiner Lage gesucht werde.

Zuvor hatte die britische Regierung die Bitte Ecuadors abgelehnt, Assange Diplomatenstatus zu gewähren. "Ecuador weiß, dass der Weg zur Lösung der Angelegenheit ist, dass Julian Assange die Botschaft verlässt und sich der Justiz stellt", teilte ein Sprecher des britischen Außenministeriums mit. Mit dem Diplomatenstatus hätte Assange Immunität genossen und beim Verlassen der Botschaft einer Festnahme entgehen können. Ecuadors Außenministerin Espinosa sagte, das Land habe die "wohlbegründete" Angst, dass Assanges Leben oder Sicherheit durch nicht näher bezeichnete "Dritte" bedroht sein könnte - die britischen Behörden seien damit allerdings nicht gemeint.

Angst vor Auslieferung an die USA

Assange lebt seit mehr als fünf Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London. Das südamerikanische Land hatte dem Gründer der Enthüllungsplattform politisches Asyl gewährt, nachdem er in die Botschaft geflüchtet war, um einer Auslieferung nach Schweden zu entgehen. Dort wurde wegen des Verdachts sexueller Vergehen gegen Assange ermittelt.

Der Fall wurde zwar später nicht weiter verfolgt. Die britische Polizei erklärte jedoch, Assange beim Verlassen der Botschaft auch weiterhin festnehmen zu wollen, weil er gegen Bewährungsauflagen verstoßen habe.

Assange befürchtet, an die USA ausgeliefert zu werden. Dort droht ihm ein Prozess wegen Geheimnisverrats und möglicherweise die Todesstrafe, weil WikiLeaks Hunderttausende geheime Dokumente veröffentlicht hatte, unter anderem über das Vorgehen der US-Streitkräfte im Irak und in Afghanistan.

Ecuador bürgert Julian Assange ein
Ivo Marusczyk, ARD Buenos Aires
11.01.2018 19:23 Uhr

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