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Die Ankündigung des US-Präsidenten, sich mehr in Asien zu engagieren, ist in China auf massive Kritik gestoßen. Das Land fürchtet um seine Vormacht in der Region. Überraschend traf sich Obama nun am Rande des ASEAN-Gipfels mit Chinas Premier Wen. Es ging um Währungsfragen und Besitzansprüche im Südchinesischen Meer.
Von Udo Schmidt, ARD-Hörfunkstudio Singapur, zzt. Bali
Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao ist verärgert. Es gibt keine Entschuldigung dafür, sich in fremde Angelegenheiten einzumischen, polterte er gestern los und meinte die neue Asien-Strategie von US-Präsident Barack Obama, die sich sehr direkt gegen China richtet und dessen Besitzansprüche im Südchinesischen Meer. Dort wird Öl vermutet, das auch Vietnam, Malaysia und die Philippinen für sich reklamieren. Heute früh trafen Obama und Wen zusammen, hinter verschlossen Türen. Ein Termin, der eingeschoben wurde in den sowieso schon engen Konferenz-Fahrplan des ASEAN-Gipfels auf Bali.
Hinterher gab es wenig Erklärungen: Es sei vorrangig um wirtschaftliche Fragen wie den Kurs der chinesischen Währung gegangen, teilten US-Regierungsvertreter mit. Was bleibt, ist die Hoffnung auf atmosphärische Verbesserungen.
Die USA zu Gast beim Gipfel der asiatischen Staatengemeinschaft ASEAN: Barack Obama nutzt die Gelegenheit, sich den asiatischen Staaten als Verbündeter gegen China anzubieten: "Ich freue mich sehr, hier zu sein. Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, dass sich die USA nun wieder dem asiatisch-pazifischen Raum zuwenden. So können die USA und die asiatischen Staaten gemeinsam den bevorstehenden Herausforderungen begegnen."
Der Herausforderung China und dessen Einfluss in der Region ist Obama mit seiner Strategie verstärkter Präsenz sehr deutlich begegnet, verbunden mit dem Risiko, regionale Konflikte wie den um das Südchinesische Meer eher zu eskalieren als zu lösen. Die Stationierung von US-Soldaten an der australischen Küste ist - unausgesprochen - natürlich nicht nur Hilfsversprechen bei Katastrophen, sondern auch Kampfansage an China.
Offen ist noch, ob die regionalen Konflikte beim heutigen ostasiatischen Treffen eine Rolle spielen werden. China lehnt dies bisher ab und will bilaterale Gespräche. Die USA verlangen eine Internationalisierung des Konfliktes, auch weil es um internationale Schifffahrtsrechte geht.
Eine weitere brisantes Thema des Gipfels ist die Frage des Umgangs mit Myanmar, dem früheren Birma. Mit seiner Entscheidung, Außenministerin Hillary Clinton bereits im Dezember in das Land zu schicken, hat Obama dieses Thema überraschend deutlich vorangebracht. Myanmar, das bisher noch mit strikten Sanktionen belegt ist, ist mit dieser quasi-offiziellen Anerkennung zurück auf der internationalen Bühne.
Und in Birma selber bereitet sich Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi darauf vor, bei Nachwahlen um einen Parlamentssitz zu kandidieren. Ihre Anhänger sind begeistert: "Die Entscheidung, an Wahlen wieder teilzunehmen, haben wir im Namen der Menschen Birmas getroffen. Ich bin überzeugt, dass wir einen flexiblen Weg in Richtung Normalität finden", sagt U Ba Shwe, Mitglied der Führung der Nationalen Liga für Demokratie, der Partei Suu Kyis. Die Nationale Liga will sich nun um die Wiederzulassung bemühen. Diese erneute Zulassung hatte Birmas Präsident Thein Sein bereits in Gesprächen der vergangenen Wochen signalisiert.
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