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21.03.2010

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Ausland
Zahl gefälschter Medikamente in der EU steigt drastisch
Millionen Medikamentenfälschungen im Umlauf

Gefahr durch gefälschte Tabletten wächst

Verpackte Tabletten (Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: 34 Millionen gefälschte Tabletten stellten EU-Zollbeamte in zwei Monaten sicher. ]
Die EU-Kommission registriert einen drastischen Anstieg von Medikamentenfälschungen in der Europäischen Union. "Die Zahl der gefälschten Arzneimittel in Europa, die beim Patienten landen, steigt immer mehr. Die EU-Kommission ist darüber äußerst besorgt", sagte EU-Industriekommissar Günter Verheugen der Zeitung "Die Welt". Bei Kontrollen in allen 27 Mitgliedsländern stellten die Zollbehörden laut seinen Angaben innerhalb von zwei Monaten 34 Millionen gefälschte Tabletten sicher. "Das hat alle Befürchtungen übertroffen", sagte Verheugen.

Die Fälscher konzentrieren sich demnach auf Antibiotika, Arzneimittel gegen Krebs und Malaria, auf Medikamente zur Senkung des Cholesterinspiegels sowie auf Schmerzmittel und das Potenzförderungsmittel Viagra. Verheugen wertete die Fälschung von Arzneimitteln als Kapitalverbrechen und als "versuchten Massenmord". Selbst wenn eine Arznei nur unwirksame Stoffe enthalte, "kann es dazu führen, dass Menschen daran sterben, weil sie glauben, ihre Krankheit mit einem wirksamen Mittel zu behandeln", erklärte der EU-Kommissar.

Zitat:

"Jede Fälschung von Medikamenten ist ein versuchter Massenmord."
Quelle: Günter Verheugen, , EU-Industriekommissar

Verheugen stellt Gegenmaßnahmen in Aussicht

EU-Industriekommissar Günter Verheugen (Foto: picture-alliance/ dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: EU-Kommissar Günter Verheugen ist besorgt über die wachsende Zahl gefälschter Arzneien. ]
Er zeigte sich zuversichtlich, dass sich die EU 2010 auf Maßnahmen gegen die Fälschung von Arzneimitteln verständigen werde. Dazu gehöre, "dass der Weg einer Arznei von der Herstellung bis zum Verkauf minutiös zurückverfolgt werden kann. Dazu wird es Sicherheitszeichen auf den Medikamentenpackungen geben, darunter einen Barcode. Es wird auch ein Siegel geben, damit klar ist, ob und von wem die Packung gegebenenfalls geöffnet wurde, um Manipulationen der Medikamente zu verhindern", sagte Verheugen.

Bereits in den vergangenen Jahren hatten die europäischen EU-Zollbehörden einen starken Anstieg der Einfuhr gefälschter Medikamente registriert. 2008 hatten die Beamten bei ihren Kontrollen mehr als doppelt so viele gefälschte Arzneimittel entdeckt wie 2007. Mittlerweile handelt es sich bei Produktfälschungen um die drittgrößte Warengruppe in der Europäischen Union.

Stand: 07.12.2009 05:10 Uhr
 

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