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UN-Artenschutzkonferenz in Hyderabad

Industriestaaten verdoppeln Naturschutz-Hilfen

Zwei Jahre nach ihren Beschlüssen zum Stopp des Artensterbens hat sich die Weltgemeinschaft auf eine Finanzierung des ambitionierten Plans geeinigt. Delegierte aus 193 Staaten kamen auf der UN-Artenschutzkonferenz (CBD) im indischen Hyderabad überein, dass die Industriestaaten bis 2015 ihre Zahlungen an die Entwicklungsländer verdoppeln.

Ein CBD-Sprecher erklärte, die Naturschutzhilfen sollen dann 10 Milliarden Dollar (etwa 7,7 Mrd. Euro) jährlich erreichen.

Kompromiss nach harten Verhandlungen

Indiens Umweltminister Natrajan, CBD-Abgeordnete Ferreira de Souza und Koreas Vize-Umweltminister Yoon schütteln sich die Hände.
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Indiens Umweltminister Natrajan, CBD-Abgeordnete Ferreira de Souza und Koreas Vize-Umweltminister Yoon geben sich nach dem Kompromiss die Hände.

Auf der fast zweiwöchigen Konferenz hatten die Vertreter der Staaten hart um einen Kompromiss gerungen. "Für Europa ist es angesichts der Haushaltslage vieler Mitgliedsländer im Moment schwierig", sagte Günter Mitlacher, Leiter Biologische Vielfalt beim WWF Deutschland.

Lobend erwähnten die Umweltschutzorganisationen die Haltung der afrikanischen Länder, die von Anfang an konstruktiv mitgearbeitet hätten. Sie seien auch zu eigenen Verpflichtungen bereit gewesen, meinte Hubert Weiger, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Denn sie hätten erkannt, dass Naturschutz in ihrem ureigenen Interesse sei. Der Verlust von biologischer Vielfalt werde "am Ende viel teurer, als wenn wir die Arten jetzt schützen", sagte Weiger.

WWF und BUND lobten den Abschluss, Nabu-Experte Konstantin Kreiser feierte ihn sogar als "großen Erfolg". Etwas vorsichtiger reagierte Nabu-Präsident Olaf Tschimpke, der den Kompromiss als "die nötige Anschubfinanzierung" bezeichnete, um dem Artensterben bis 2020 Einhalt zu gebieten. Auch die Weltnaturschutzunion (IUCN) rief die Staaten dazu auf, die Gelder "dringend aufzustocken". Dabei könnten auch neue Finanzquellen etwa aus dem Privatsektor erschlossen werden.

Sumatra-Tiger
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Schätzungen zufolge gibt es in Asien und Russland nur noch knapp 3200 Tiger in freier Wildbahn.

EU zahlt Großteil des globalen Naturschutzes

Die 27 EU-Staaten zahlen nach Nabu-Angaben derzeit etwas mehr als die Hälfte des globalen Naturschutzes, nämlich drei Milliarden Euro jährlich. Die nun verabschiedete Verdopplung werde jedoch anhand des Durchschnittswertes der Jahre 2006 bis 2010 ermittelt, der bei knapp 1,7 Milliarden Euro liege. Bis zum Jahr 2015 müssten die Europäer ihre Hilfen also um rund 400 Millionen auf 3,4 Milliarden Euro erhöhen, rechnet Nabu-Experte Kreiser vor. Wie sich die Transferleistungen danach entwickeln, werde auf der nächsten Konferenz 2014 festgelegt.

Das Geld soll laut WWF für neue Nationalparke, Waldschutzgebiete und nachhaltige Landnutzungsprojekte in den Entwicklungsländern ausgegeben werden. Dies diene vielfach auch dem Klimaschutz, meinte WWF-Experte Mitlacher.

Ergebnisse für Wald- und Meeresschutz begrüßt

Ausdrücklich begrüßten alle Naturschutzorganisationen die Ergebnisse, die in Hyderabad beim Wald- und Meeresschutz erzielt wurden. So seien 48 ökologisch bedeutsame Meeresgebiete in der Karibik, dem westlichen Atlantik und dem südwestlichen Pazifik anerkannt worden, erklärte der WWF. So komme man dem vor zwei Jahren beschlossenen Ziel näher, zehn Prozent der Meere unter Schutz zu stellen.

Stand: 20.10.2012 01:41 Uhr

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