Ein Wassertropfen fällt von einem schmelzenden Eisberg. | Bildquelle: dpa

Wärmster Winter Hitzewelle in der Arktis

Stand: 07.03.2018 18:42 Uhr

So warm war es laut Forschern in der Arktis im Winter noch nie: Die Temperaturen lagen im Durchschnitt 4,9 Grad über dem Normalwert. Die Eisfläche im Polarmeer schrumpfte auf einen Rekordwert.

Der vergangene meteorologische Winter war der wärmste, der in der Arktis je verzeichnet wurde. Die dort von Wetterstationen aufgezeichneten Temperaturen lagen im Durchschnitt 4,9 Grad Celsius über dem Normalwert. Die dem Nordpol am nächsten gelegene Wetterstation an Land, an der Spitze Grönlands, registrierte im Februar mehr als 60 Stunden über null Grad. Vor diesem Jahr stieg die Temperatur im Februar lediglich zwei Mal über den Gefrierpunkt und das auch nur ganz kurz.

Eisschollen in der Arktis | Bildquelle: picture alliance/AP Images
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Die Eisfläche in der Arktis ist weiter geschrumpft, Archivbild.

Nach Messungen des US-Schnee- und Eiszentrums war die Eisfläche im Polarmeer im Februar zudem noch einmal kleiner als bei ihrem Rekordtief im vergangenen Jahr. Der Unterschied entspricht demnach etwa der Größe des US-Staats Georgia, rund 160.000 Quadratkilometer.

Wissenschaftler beschrieben die Situation als beispiellos. Das sei einfach verrückt, sagte Mark Serreze, Direktor des Datenzentrums in Boulder, Colorado, der das Wetter in der Arktis seit 1982 beobachtet. "Diese Hitzewellen, so etwas habe ich noch nie gesehen." Grund für die Temperaturen ist laut Forschern die Tatsache, dass in den vergangenen Monaten vom Atlantik und vom Pazifik warme Luft Richtung Norden strömte, was eher ungewöhnlich ist.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 07. März 2018 um 11:02 Uhr.

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