Eine Ariane-5-Trägerrakete hebt vom Weltraumbahnhof Kourou ab. | Bildquelle: dpa

Bremen und die Ariane-5-Rakete 75 Mal - das ist Rekord

Stand: 17.11.2016 04:07 Uhr

75 erfolgreiche Starts in Serie - das ist mit noch keiner Trägerrakete gelungen. Insofern kann die Ariane 5 heute einen Weltrekord aufstellen. Wichtige Teile für die Mission kommen aus Bremen. Sven Weingärtner hat die Ingenieure getroffen.

Von Sven Weingärtner, Radio Bremen

"Trois, deux, unité, décollage ..."

So soll es klingen, wenn heute, 14:06 Uhr deutscher Zeit, die Ariane 5 von Kourou aus abhebt. Dass alles funktioniert, da ist Jens Lassmann, Standortleiter des Raumfahrtunternehmens Airbus Safran Launchers in Bremen, zuversichtlich: "Ich habe jahrelang selbst an der Rakete mitgearbeitet, mitentwickelt, und weiß, wie anstrengend und technisch herausfordernd es ist, so einen erfolgreichen Start hinzulegen."

Dass das bis jetzt schon 74-mal geklappt hat, ist nicht selbstverständlich, weiß Lassmann. Ausgerechnet, als die erste von ihm mitentwickelte neue Oberstufe - so heißt das obere Teil einer mehrstufigen Trägerrakete - sich beweisen sollte, ging der Start schief. Viele Jahre ist das her und es war auch kein Fehler des in Bremen entwickelten Teils. Trotzdem ist Lassmann die damalige Enttäuschung noch vor Augen: Wenn die Arbeit von mehreren Jahren in Feuer und Rauch aufgehe, dann sei das ein ganz schöner Schlag. "Da kriegt man einen riesigen Schreck und merkt erst, wie fragil Raketentechnik ist."

Ariane-5-Rakete | Bildquelle: AFP
galerie

Die Starts der Ariane 5 liefern immer beeindruckende Bilder - ob am helllichten Tag (hier: ein Bild vom 5. Oktober 2016) oder in der Dämmerung (ganz oben: ein Bild vom 5. Juli 2012)

Wenn der Kleber versagt - dann war's das

Mögliche Fehlerquellen gibt es genug: "Das kann schon ein neuer Klebstoff sein, der vielleicht günstiger ist als der alte - aber nicht für die tiefen Temperaturen in den großen Höhen geeignet." Kleinigkeiten eben mit fatalen Folgen: Vor zwei Jahren scheiterte eine russische Rakete. Wegen eines kleinen Konstruktionsfehlers war eine Treibstoffleitung eingefroren. Zwei Satelliten für das europäische Navigationssystem Galileo konnten deshalb zunächst nicht in die richtige Umlaufbahn gebracht werden.

Ariane-5-Rakete startet vom Weltraumnahnhof Kourou
tagesschau 16:00 Uhr, 17.11.2016

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Zum ersten Mal werden die Galileo-Satelliten nun mit der europäischen Ariane-Rakete ins All befördert. Ingo Engeln, Vorstand des Bremer Raumfahrtunternehmens OHB, sieht dem Start entspannt entgegen: "Ich habe hundertprozentiges Vertrauen. Die Statistik von Ariane 5 spricht eigentlich für sich."

Das Ergebnis ist eine Erfolgstory, wie sie nur wenige Träger vorweisen können. In 23.000 Kilometern Höhe soll die Rakete die vier Satelliten aussetzen. Etwa 40 Millionen Euro teuer ist die wertvolle Fracht pro Stück. Benannt sind die Satelliten nach Kindern, die bei einem europäischen Malwettbewerb mitgemacht haben.

Noch vier Jahre, dann soll Galileo komplett sein

Erste Funktionen des Galileo-Systems könnten Ende dieses Jahres in Betrieb gehen. Auf wenige Meter genau soll das europäische Navigationssystem arbeiten, wenn es in vier Jahren schließlich komplett sein wird. Bei OHB hofft man, auch die noch fehlenden Satelliten bauen zu dürfen. Dann hätte Physiker Engeln auch wieder Gelegenheit, in die Produktion zu gehen. "Ich bin auch nach wie vor gern an der Hardware dran. Das lässt einen nicht mehr los."

Das Leid des Managers teilt Jens Lassmann von Airbus Safran Launchers. Auch er wäre lieber im Reinraum als im Büro.

Rekord-Raketenstart
S. Weingärtner, RB
16.11.2016 19:26 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtet die tagesschau am 17. November 2016 um 14:00 Uhr.

Darstellung: