Argentinien: Zwei Tote und viele Verletzte bei Plünderungen

Landesweite Ausschreitungen

Zwei Tote bei Plünderungen in Argentinien

Bei Plünderungen von Supermärkten in mehreren Städten Argentiniens sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Die beiden Opfer seien am Freitag in den Städten Rosario und Villa Gobernador Gálvez im Zentrum des Landes getötet worden, wo eine Menschenmenge rund 20 Supermärkte angegriffen habe, sagte der Minister für Sicherheit in der Provinz Santa Fe, Raúl Lamberto. 25 Menschen seien zudem verletzt worden - andere Quellen berichten von weit mehr Verletzten.

Lamberto betonte, die Plünderungen seien kein sozialer Protest, sondern Vandalismus. Die beiden Opfer wurden demnach durch einen scharfen Gegenstand oder Schüsse getötet. Offenbar gab es Hunderte Festnahmen.

Ein ausgebranntes Auto vor einem geplünderten Supermarkt in einem Vorort von Buenos Aires.
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Ein ausgebranntes Auto vor einem geplünderten Supermarkt in einem Vorort von Buenos Aires.

In der Stadt San Fernando in der Provinz Buenos Aires ging die Polizei mit Gummigeschossen gegen eine Menschenmenge vor, die einen Supermarkt überfallen wollte. Ein Beamter wurde Behördenangaben zufolge von einer Brechstange am Kopf getroffen und schwer verletzt. Bei den Zusammenstößen in San Fernando seien rund 380 Menschen festgenommen worden, hieß es. Vor allem Jugendliche hatten Steine in die Schaufenster geworfen und die Läden leergeräumt.

Die Regierung beschuldigte den von Hugo Moyano angeführten oppositionellen Gewerkschaftsverband CGT, die Unruhen angestiftet zu haben. Moyano wies die Anschuldigungen zurück und machte die Regierung von Präsidentin Cristina Kirchner verantwortlich, weil sie die sozialen Probleme des Landes nicht löse.

Erinnerungen an Finanzkrise

Die Unruhen weckten Erinnerungen an die Krawalle während der argentinischen Finanzkrise im Jahr 2001, bei denen Dutzende Menschen ums Leben kamen. Aus Angst vor weiteren Plünderungen wurden einige Läden geschlossen.

Die Plünderungswelle hatte am Donnerstag in dem Skiort Bariloche in Patagonien begonnen, wo Dutzende Menschen Fernseher und andere Elektronikgeräte aus einem Supermarkt mitnahmen. Die Regierung stationierte daraufhin 400 Militärpolizisten in der Stadt, um für Ruhe zu sorgen. Die Plünderungen dehnten sich aber am Freitag auf mindestens fünf weitere Städte aus.

Stand: 22.12.2012 11:30 Uhr

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