Die "San Juan" im Hafen von Buenos Aires (Archivbild von 2014) | Bildquelle: dpa

Argentinische Marine Internationale Suchaktion nach U-Boot

Stand: 18.11.2017 18:29 Uhr

Nach dem im Atlantik verschollenen argentinischen U-Boot ist eine internationale Suchaktion angelaufen. Boote und Flugzeuge aus den USA, Großbritannien und mehreren südamerikanischen Ländern beteiligen sich. Möglicherweise treibt das U-Boot im Atlantik.

Eine groß angelegte internationale Rettungsaktion soll ein seit Mittwoch verschollenes argentinisches U-Boot mit 44 Mann Besatzung finden. Zehn argentinische Kriegsschiffe, ein britisches Polarschiff und zwei US-Flugzeuge nehmen an der Suche im Südatlantik teil, wie der Sprecher der argentinischen Kriegsmarine, Enrique Balbi, sagte. Auch aus Brasilien, Chile, Uruguay und Südafrika sei Unterstützung angeboten worden.

Kontakt verloren

Das U-Boot "San Juan" war von Ushuaia in Feuerland ausgelaufen zu einer Fahrt zum U-Boot-Stützpunkt in Mar del Plata, 400 Kilometer südlich von Buenos Aires. Dort sollte das U-Boot am Sonntag oder Montag anlegen - jedoch brach die Verbindung ab. Nach dem letzten Funkkontakt befand sich das U-Boot in Gewässern des Golfs von San Jorge, etwa 430 Kilometer von der patagonischen Küste entfernt. Das Meer ist dort rund 350 Meter tief.

Die "San Juan" im Hafen von Buenos Aires (Archivbild von 2014) | Bildquelle: REUTERS
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Die "San Juan" wurde 2014 umfassend modernisiert.

Die Kriegsmarine geht davon aus, dass das U-Boot eventuell aufgrund einer Batterie-Panne an die Meeresoberfläche aufgetaucht sei und ohne Motorkraft im Atlantik treibt. Dort ist zurzeit bis zu sechs Meter hoher Wellengang zu erwarten.

2014 modernisiert

Das "San Juan" ist ein U-Boot mit diesel-elektrischem Antrieb der Klasse TR-1700. Es wurde in Auftrag der argentinischen Kriegsmarine in Emden gebaut und war 1983 von Stapel gelaufen. Die dortigen Nordseewerke gehörten damals dem Thyssen-Konzern. Die argentinischen Streitkräfte gelten wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage des Landes aber als unzureichend finanziert.

U-Boot bleibt verschollen
Ivo Marusczyk, ARD Buenos Aires
18.11.2017 22:52 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 18. November 2017 um 21:00 Uhr.

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