Die "San Juan" im Hafen von Buenos Aires (Archivbild von 2014) | Bildquelle: REUTERS

Suchaktion im Atlantik Argentinisches U-Boot wird vermisst

Stand: 18.11.2017 00:35 Uhr

Ein argentinisches U-Boot ist auf einem Routineeinsatz im Atlantik verschollen. Nach Angaben der Marine gibt es seit Mittwoch keine Kommunikation mit der in Deutschland gebauten "San Juan". An Bord befinden sich 44 Besatzungsmitglieder.

Die argentinische Marine sucht mit Flugzeugen und Schiffen ein seit Mittwoch vermisstes U-Boot der eigenen Streitkräfte. Marinesprecher Enrique Balbi teilte mit, dass die "San Juan" möglicherweise Probleme mit der Elektrizität habe. Die Marine vermute, dass es ein ernstes Problem mit der Kommunikationsausrüstung, der Stromversorgung, Kabeln, der Antenne oder anderer Ausrüstung gegeben habe. Das Schiff mit 44 Besatzungsmitgliedern könne noch nicht als verloren bezeichnet werden. Die Suchaktion werde durch schlechte Sicht- und Wetterverhältnisse erschwert, erklärte Balbi.

Wenn ein U-Boot keine Kommunikation mehr aufbauen kann, sieht das Protokoll der Marine das Auftauchen des U-Boots vor. So kann es deutlich leichter von den Suchenden entdeckt werden.

Auf Routineeinsatz verschollen

Die "San Juan" war vor mehr als einer Woche zu einem Routineeinsatz nach Ushuaia nahe des südlichsten Zipfels von Argentinien aufgebrochen. Nach drei Tagen Aufenthalt vor Ushuaia trat die "San Juan" den Rückweg zu ihrer Basis in Mar del Plata rund 240 Kilometer südlich von Buenos Aires an.

Das Diesel-elektrische-U-Boot wurde Mitte der 1980er-Jahre von den Thyssen Nordseewerken in Emden gebaut. Vor einigen Jahren wurde es komplett überholt und modernisiert. Ursprünglich sollten sechs U-Boote des Typs für die argentinische Marine gebaut werden, doch nur zwei wurden vollendet - neben der "San Juan" die "Santa Cruz".

Die argentinischen Streitkräfte gelten wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage des Landes als unzureichend finanziert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. November 2017 um 16:00 Uhr.

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