Bombenattentat 1994 in Argentinien Justiz geht weiter gegen Kirchner vor

Stand: 13.02.2015 19:30 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Argentiniens hat Präsidentin Kirchner formell der Strafvereitelung im Amt beschuldigt. Hintergrund ist ein Bombenanschlag auf ein jüdisches Zentrum im Jahr 1994. Im Januar war der ermittelnde Staatsanwalt tot aufgefunden worden.

Die Ermittlungen über Vorwürfe gegen die argentinische Präsidentin Cristina Kirchner werden fortgesetzt. Die Staatsanwaltschaft beschuldigte sie formell der Strafvereitelung im Amt. Das teilte die Anklagebehörde in Buenos Aires mit.

In dem Fall geht es um einen Bombenanschlag auf ein jüdisches Zentrum in der argentinischen Hauptstadt im Jahr 1994, für das die Ermittler den Iran verantwortlich machen.

Im Januar war ein gegen Kirchner ermittelnder Staatsanwalt in seiner Wohnung erschossen aufgefunden worden, wenige Stunden vor seiner geplanten Anhörung im Parlament. Dabei wollte der Staatsanwalt Alberto Nisman Kirchner vorwerfen, iranische Regierungsangehörige nach einem Anschlag auf die jüdische Wohlfahrtsorganisation Amia mit 85 Toten im Jahr 1994 vor Strafverfolgung zu schützen. Kirchner versuche, so der Ermittler, die Aufklärung des Falles zu vereiteln, um das Verhältnis zu Teheran nicht zu belasten.

Mit der formellen Beschuldigung durch die Staatsanwaltschaft könnte die Präsidentin zu einer Aussage vor einem Richter gezwungen werden, falls der zuständige Richter Daniel Rafecas diese beschließt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Februar 2015 um 20:00 Uhr.

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