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Gerüchte um Vergiftung des Palästinenser-Führers
Frankreich ermittelt wegen Mordverdachts im Fall Arafat
Acht Jahre nach dem Tod von Palästinenserpräsident Jassir Arafat hat die französische Justiz Ermittlungen wegen Mordverdachts eingeleitet. Ein oder mehrere Untersuchungsrichter werden nun in dem Fall ermitteln. Die Staatsanwaltschaft von Nanterre bei Paris reagierte damit auf eine Ende Juli eingereichte Anzeige von Arafats Witwe Suha gegen Unbekannt. Suha Arafat vermutet, dass ihr Mann mit Polonium vergiftet wurde.
Arafat war im November 2004 in einem französischen Militärkrankenhaus unter ungeklärten Umständen gestorben. Die Palästinenser verdächtigen Israel, ihn vergiftet zu haben.
Arafats Leichnam wird obduziert
Hintergrund des Verdachts auf Giftmord sind jüngste Befunde eines Labors in der Schweiz. Es hatte bei der Untersuchung von persönlichen Gegenständen Arafats erhöhte Werte des radioaktiven Stoffes Polonium gefunden. Es konnte jedoch nicht geklärt werden, ob Arafat wirklich gezielt vergiftet worden war. Vergangenen Freitag gab das Schweizer Institut für Radiophysik am Universitätsklinikum von Lausanne bekannt, Experten der Klinik würden ins Westjordanland reisen, um Arafats dort bestatteten Leichnam zu obduzieren und nach Anzeichen für eine mögliche Polonium-Vergiftung zu suchen.
Mordermittlungen zum Tod von Palästinenserführer Arafat
J. Duchrow, WDR Paris
28.08.2012 20:55 Uhr
Die palästinensische Autonomiebehörde begrüßte die in Frankreich eingeleiteten Ermittlungen. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas habe Frankreichs Präsidenten François Hollande darum gebeten, den Palästinensern dabei zu helfen, die Umstände von Arafats Tod aufzuklären und Ermittlungen einzuleiten, sagte Chefunterhändler Sajeb Erakat der Nachrichtenagentur AFP in Ramallah.
Stand: 28.08.2012 20:46 Uhr
