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28.05.2012

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iCloud: Apple präsentiert wolkige Lebensversicherung
Produktpräsentation in San Francisco

Apple präsentiert wolkige Lebensversicherung

Apple-Chef Steve Jobs zeigt die Neu-Entwicklungen seiner Firma. (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Apple verliert Marktanteile. Firmenchef Steve Jobs will dies mit neuer Software verhindern. ]
Das wollte er selbst machen: Steve Jobs, Apple-Gründer und -Chef, wie immer im schwarzen Rollkragenpulli, stellte auf der Bühne der Entwicklerkonferenz WWDC die wichtigste Apple-Neuheit des Abends vor: iCloud. Die Idee: Alle Daten die man besitzt - Musik, Bilder, Dokumente - sollen überall verfügbar sein. Auf dem PC zu Hause oder unterwegs auf dem Handy.

Apple-Vizepräsident Eddie Cue führt vor, was der neue Dienst kann: Musik, die man am heimischen Computer gekauft hat, wird beispielsweise auch auf das Apple-Handy iPhone und den Tablet-PC iPad übertragen. Der Clou: Das funktioniert über das Internet, also kabellos. "Amazing", also "erstaunlich" findet Jobs wie einfach das alles funktioniert. Die Musikfunktion von iCloud kann ab sofort getestet werden. Um alle Möglichkeiten der iCloud nutzen zu können, werden Kunden ab Herbst 25 US-Dollar pro Jahr bezahlen müssen. Preise für Deutschland liegen noch nicht vor.

Praktisch ist iCloud vor allem für diejenigen, die viele Apple-Geräte besitzen, denn manuelles Synchronisieren entfällt. Die Daten werden auf Apple-Servern gespeichert und von dort versendet. Damit ist iCloud so etwas wie Apples Lebensversicherung: Denn wenn man einmal eine Musik-, Bilder-, oder Dokumentensammlung bei Apple angelegt hat und dann beispielsweise auf ein Google-Handy wechseln möchte, hat man ein Problem: iCloud funktioniert nur mit Geräten, auf denen das Apple-Betriebssystem iOS läuft - also iPhone, iPad oder iPod -, beziehungsweise am Computer mit iTunes, egal ob Mac oder Windows-PC. Auf andere Geräten, wie zum Beispiel Handys von Google, können die in der iCloud gespeicherten Daten nur über Umwege übertragen werden. Der Komfort der automatischen Aktualisierung fällt weg. Deshalb werden Apple-Kunden sich wohl zweimal überlegen, ob sie zu einem Konkurrenzprodukt wechseln, bei dem sie dann nur mit viel Aufwand auf ihre Daten zugreifen können.

Apple verliert weltweit Marktanteile

Der Technologiekonzern aus Kalifornien will so vor allem verhindern, dass sich Kunden ein Handy kaufen, auf dem das Google-Betriebssystem Android läuft. Denn Anfang des Monats hat Android Apples iOS auch in Deutschland als meistgenutztes Betriebssystem auf Smartphones abgelöst. Der Grund: Einige Bestandteile von iOS wurden - seit es 2007 auf den Markt kam - nicht verändert. Viele Experten halten heute zum Beispiel das Benachrichtigungssystem von iOS für veraltet.

iOS5 ab Herbst verfügbar

Hier hat Apple nun nachgebessert. Die neue Version 5 kommt mit einer moderneren Darstellung von Benachrichtigungen, beispielsweise für eine eingegangene SMS. Statusmeldungen und andere Informationen einzelner Apps werden jetzt direkt auf dem Startbildschirm angezeigt. Eine Funktion, die Android schon lange beherrscht. Überhaupt: Apple hat sich für Neuerungen offenbar angeschaut, welche Funktionen bei iPhone-Nutzern besonders beliebt sind und diese einfach direkt ins System integriert.

Nutzer von iOS5 werden sich mit der neuen App iMessage untereinander Nachrichten, Bilder und Videos zuschicken können. Kostenlos. Das geht mit Apps von Drittanbietern seit geraumer Zeit und ist enorm beliebt. Diesen Drittanbietern will Apple ihre Geschäftsgrundlage entziehen und verkauft iMessage als eigene Innovation. Ab Herbst können sich Besitzer von iPhone, iPad und iPod touch iOS5 herunterladen.

MacOS: Neuigkeiten nicht neu

Apple Vizepräsident Phil Schiller auf der Bühne. (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Zur Präsentation des neuen Mac-Betriebssystems ließ sich Steve Jobs durch Phil Schiller vertreten. ]
Die neue Version von Apples Computer-Betriebssystem MacOS X, genannt "Lion", wurde ebenfalls vorgestellt. Sie wird ab Juli zu haben sein. Die vorgestellten Neuigkeiten von "Lion" waren allerdings schon länger bekannt: die Steuerung des Computers mit Fingergesten beispielsweise. Bei der Präsentation von Mac OS X "Lion" konnte man daher den Eindruck gewinnen, der Markt der stationären Computer, auf denen "Lion" laufen soll, sei Apple gar nicht mehr so wichtig wie das iPhone und iOS. Denn auf der Bühne präsentierte Apple Vize-Präsident Phil Schiller "Lion". Steve Jobs schaute nur vom Rand aus zu.

Stand: 07.06.2011 11:52 Uhr
 

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