iPhone-Verschlüsselung geknackt Forscher zeigen's dem FBI

Stand: 21.03.2016 14:36 Uhr

Forscher an der Johns-Hopkins-Universität haben eine Lücke in der Verschlüsselung des iPhones entdeckt. Das war dem FBI angeblich nicht gelungen, weshalb es von Apple verlangt, beim Entsperren des iPhones eines toten Attentäters zu helfen.

Von Rolf Büllmann, ARD-Studio Washington

Das FBI hat Apple verklagt, weil es ihm nicht gelingt, das Handy eines Attentäters von San Bernardino zu knacken. Die Attentäter hatten Ende vergangenen Jahres 14 Menschen getötet.

In diesem konkreten Fall würde der Durchbruch der Forscher dem FBI wohl nicht helfen, sagt Matthew Green, Computerwissenschaftler an der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore der "Washington Post". Doch dadurch, dass er und sein Team es überhaupt geschafft hätten, in das iPhone "einzubrechen", hätten sie das Argument widerlegt, dass die Apple-Verschlüsselung den Behörden und auch Hackern jeden Zugang unmöglich macht.

Krypto-Schlüssel erraten

Green und seinen Mitarbeitern war es gelungen, auf Fotos und Videos zuzugreifen, die mit Apples eigenem Kurzmitteilungsdienst iMessage verschickt worden waren. Die Schwachstelle bestand darin, dass ein älteres Betriebssystem es zuließ, den 64-stelligen Krypto-Schlüssel durch eine Vielzahl von Versuchen zu erraten. Auch bei späteren Versionen des Betriebssystems sei das möglich, sagt Green - dann allerdings wäre der Prozess so aufwändig, dass nur eine Regierung die Möglichkeiten dazu gehabt hätte.

US-Forscher knacken iPhone, Apple will Sicherheitslücke schließen
R. Büllmann, ARD Washington
21.03.2016 14:01 Uhr

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Apple teilte mit, beim neuen Betriebssystem iOS 9 sei das Problem schon zum Teil behoben, und beim nächsten Update auf die Version iOS 9.3 werde die Sicherheitslücke komplett geschlossen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. März 2016 um 05:30 Uhr.

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