Seitenueberschrift
Frankreich gedenkt der Opfer von Toulouse
Schutz von Juden eine "nationale Angelegenheit"
Der französische Staatschef François Hollande hat die Sicherheit von in Frankreich lebenden Juden als "nationale Angelegenheit" bezeichnet. Bei einer Feier zum Gedenken der Opfer eines Amoklaufs an einer jüdischen Schule in Toulouse sagte er, das Land werde Extremismus "mit allen möglichen Mitteln" bekämpfen. Die Aufgabe sei, "ihre Sicherheit, ihre Unversehrtheit und ihre Würde" zu schützen.
An der Gedenkveranstaltung zu der im März begangenen Tat nahm auch Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu teil. Hollande versprach eine umfassende Aufklärung des Anschlags. Er räumte allerdings ein, dass das Drama von Toulouse "gewisse Schwachstellen in der Organisation unserer Ermittlungsbehörden" aufgedeckt habe.
"Das jüdische Volk weiß sich gegen jene zu verteidigen, die es von der Landkarte tilgen wollen", betonte Netanjahu. Er wies darauf hin, dass der Attentäter auch Muslime und Christen getötet habe. "Der barbarische Hass dieser Mörder bedroht nicht nur Juden, sondern die ganze Zivilisation", sagte er.
Der Islamist Mohamed Merah hatte am 19. März drei Schüler und einen Religionslehrer vor der Ohr-Torah-Schule in Toulouse erschossen. Zuvor hatte er bei zwei Angriffen drei französische Fallschirmjäger getötet. Er wurde am 22. März nach 32-stündiger Belagerung seiner Wohnung von Elite-Polizisten erschossen. In der vergangenen Woche hatte ein Bericht der Polizei mehrere Lücken in der Überwachung des Täters vor dem Amoklauf nachgewiesen.
Stand: 01.11.2012 18:16 Uhr
