Das jüdische Gemeindezentrum in Las Vegas wird nach einer Bombendrohung evakuiert. | Bildquelle: AFP

Antisemitismus in den USA Neue Drohung gegen jüdische Einrichtungen

Stand: 28.02.2017 11:56 Uhr

Die antisemitischen Vorfälle in den USA reißen nicht ab. Nachdem jüdische Friedhöfe geschändet wurden, erhielten nun Schulen in mindestens zwölf Bundesstaaten Bombendrohungen. Verbände fordern eine deutliche Reaktion des Präsidenten.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Jüdische Schulen und Gemeindezentren in mindestens zwölf Bundesstaaten haben Bombendrohungen erhalten. Insgesamt mussten 21 Gebäude jüdischer Gemeinden im Laufe des Montags evakuiert werden, nachdem unbekannte Täter telefonisch mit verstellter Stimme vor einer Bombe gewarnt hatten.

Auf einem jüdischen Friedhof in Philadelphia wurden Gräber geschändet. | Bildquelle: AP
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In Philadelphia wurden Hunderte Gräber geschändet.

Jüdische Einrichtungen unter Druck

Zwar fand die Polizei in den evakuierten Gebäuden keine Sprengkörper. Aber seit der Wahl von Donald Trump ist es bereits die fünfte Welle solcher Bombendrohungen gegen jüdische Einrichtungen.

Und am Wochenende wurde erneut ein jüdischer Friedhof geschändet. Unbekannte Täter stießen mehrere hundert Grabsteine eines jüdischen Friedhofs in Philadelphia um. Manche Grabsteine wurden zertrümmert. Erst in der vergangenen Woche waren 200 Grabsteine auf einem jüdischen Friedhof in St. Louis beschädigt worden.

"Feiger Akt des Hasses"

Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald Lauder, verurteilte die Taten als "verachtenswerten und feigen Akt des Hasses". Die Angriffe richteten sich nicht nur gegen die jüdische Gemeinschaft, so Lauder, sondern gegen die Werte der Freiheit und Brüderlichkeit, für die Amerika stehe.

Auch US-Justizminister Jeff Sessions verurteilte die antijüdische Gewalt. Seine Behörde werde "tun, was sie kann", um die Täter zu ermitteln. Mehrere jüdische Verbände forderten US-Präsident Trump auf, deutlicher als bisher die antijüdischen Gewalttaten zu verurteilen. Trump hatte lange geschwiegen, bevor er in der vergangenen Woche erstmals mit klaren Worten Stellung bezog.

Übergriffe auf jüdische Einrichtungen in den USA
tagesschau 20:00 Uhr, 28.02.2017, Stefan Niemann, ARD Washington

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Ermutigt Trump Rassisten und Antisemiten?

Seit Anfang des Jahres haben sich bereits knapp 100 antijüdische Vorfälle in 30 US-Bundesstaaten ereignet. Im Vorjahr gab es nur einen einzigen vergleichbaren Vorfall. Bürgerrechtsorganisationen stellen seit der Wahl Trumps auch einen deutlichen Anstieg von Hassverbrechen und Bombendrohungen fest. Davon betroffen sind auch muslimische Gemeinden.

Ganz offensichtlich fühlen sich rassistische und antisemitische Gruppen durch die Wahl Trumps ermutigt, vermuten die Bürgerrechtsgruppen. Die betroffenen jüdischen Gemeinden erleben jedoch auch viel Solidarität. So sammelten Mitglieder muslimischer Gemeinden über 130.000 Dollar, um die geschändeten Friedhöfe wiederherzurichten.

Erneute Welle antijüdischer Gewalt in den USA
M. Ganslmeier, ARD Washington
28.02.2017 11:16 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Februar 2017 um 05:27 Uhr

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