Auf einem jüdischen Friedhof in Philadelphia wurden Gräber geschändet. | Bildquelle: AP

Antisemitismus in Philadelphia Hunderte jüdische Gräber geschändet

Stand: 27.02.2017 10:18 Uhr

Auf einem jüdischen Friedhof in Philadelphia wurden Hunderte Grabsteine umgeworfen und beschädigt. Die Polizei sucht nach den bislang unbekannten Tätern. Seit dem Amtsantritt von Donald Trump mehren sich die antisemitischen Vorfälle in den USA.

Ein Bild der Verwüstung: Auf dem jüdischen Mount-Carmel-Friedhof in Philadelphia haben Unbekannte Hunderte Grabsteine umgeworfen und beschädigt. Wie örtliche US-Medien am Sonntag berichteten, wurden manche der Grabsteine - einige jahrhundertealt - in zwei Teile zerschlagen. Ein Rabbi sagte dem Fernsehsender WPVI, ein Gemeindemitglied habe mehr als 500 geschändete Gräber gezählt, darunter auch einige Grabstätten von Quäkern und Muslimen.

Belohnung ausgesetzt

"Das ist keine zufällige Tat", sagte Rabbi Shawn Zevit. Um so viele Grabsteine umzuwerfen, seien Absicht und ein gemeinsames Vorgehen mehrerer Täter nötig. Mehrere Organisationen, darunter die Anti-Defamation League, die sich gegen Antisemitismus einsetzt, setzten eine Belohnung von insgesamt 13.000 Dollar für Hinweise auf die Täter aus.

Auf einem jüdischen Friedhof in Philadelphia wurden Gräber geschändet. | Bildquelle: AFP
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Einige Grabsteine, die zerstört wurden, waren jahrhundertealt.

"Das ist kriminell, das ist schon mehr als Vandalismus", sagte der Polizist Shawn Thrush dem "Inquirer". "Es ist unfassbar." Über die Hintergründe der Tat liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor. Die Polizei geht davon aus, dass der Friedhof in der Nacht von Samstag auf Sonntag geschändet wurde.

Zunahme antisemitischer Drohungen

Erst vor einer Woche waren auf einem jüdischen Friedhof in St. Louis im Bundesstaat Missouri mehr als hundert Grabsteine beschädigt worden. Die jüdischen Gemeinden in den USA berichten seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump außerdem von einer Zunahme der bei ihnen eingehenden Drohungen.

Trump selbst bestreitet, rassistisch oder antisemitisch zu sein. Vergangene Woche verurteilte der neue US-Präsident die Zunahme antisemitischer Vorfälle in den USA als "schreckliche" und "schmerzhafte" Entwicklung. Bürgerrechtler beklagen jedoch, dass sich Hass-Gruppen in den USA seit dem Wahlsieg Trumps im Aufwind sehen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Februar 2017 um 13:00 Uhr

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