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Brennende US-Flagge

Nach Anti-Islam-Film

Hisbollah ruft zu Protesten gegen USA auf

Die radikalislamische Hisbollah hat im Libanon zu Protesten gegen den anti-islamischen Film "Innocence of Muslims" aufgerufen. In einer Fernsehansprache sagte ihr Führer, Scheich Hassan Nasrallah, die USA müssten zur Verantwortung gezogen werden. Er forderte seine Anhänger auf, nicht nur ihren Ärger auf US-Botschaften zu richten, sondern ihre Regierungen zum Handeln aufzurufen. Diese müssten darauf dringen, dass der Prophet Mohammed und der Koran auf der ganzen Welt respektiert würden.

Scheich Hassan Nasrallah
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Hisbollah-Führer Nasrallah bei einer Fernsehansprache, die er an einem geheimen Ort hielt.

Das Schmähvideo sei ein Versuch, Unfrieden zwischen Christen und Muslimen in der Nahostregion zu stiften, sagte Nasrallah weiter, der die Rede an einem geheimen Ort hielt. Die US-Regierung nutze die Redefreiheit als Rechtfertigung für die Ausstrahlung des Films. Für heute kündigte die Hisbollah Demonstrationen im ganzen Land an. Erst am Vortag hatte sich Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch im Libanon für den Aufbau einer Friedenskultur im Nahen Osten stark gemacht und ein "neues Modell der Brüderlichkeit" und die Ächtung jedweder Gewalt gefordert.

Verletzte bei Protesten in Pakistan

Auch eine im Jemen ansässige Unterorganisation von Al Kaida rief zu erneutem Protest auf. Die Angriffe in den vergangenen Tagen seien die "natürliche Antwort auf eine enorme Beleidigung" gewesen, erklärte die Organisation, und bezog sich damit auf den islamfeindlichen Film, der die Proteste ausgelöst hatte. Zudem rief die Terrororganisation die Muslime in den westlichen Ländern auf, auch dort Schlüsseleinrichtungen der jeweiligen Staaten anzugreifen.

Bei landesweiten Protesten in Pakistan gab es mehrere Verletzte. In der Hafenstadt Karatschi schoss die Polizei vor dem US-Konsulat in die Luft und ging mit Tränengas und Wasserwerfern gegen etwa 1000 Demonstranten vor. Nach amtlichen Angaben wurden mindestens acht Menschen verletzt, außerdem gab es 20 Festnahmen.

Deutschland reduziert Botschaftspersonal im Sudan

Proteste in Sudan
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Aufgebrachte Demonstranten hatten am Freitag die deutsche Botschaft in Khartum angegriffen und in Brand gesteckt.

Unterdessen reagierte die Bundesregierung auf den Angriff radikaler Muslime auf die deutsche Botschaft im Sudan. Ein Teil der Mitarbeiter werde abgezogen, teilte das Auswärtige Amt mit. Zudem würden zusätzliche Sicherheitskräfte entsandt. Derzeit sei die Lage zwar gespannt, aber ruhig, erklärte eine Sprecherin. Die Reisehinweise für das Land wurden verschärft. Es werde zu besonderer Vorsicht geraten und empfohlen, den Bereich um die deutsche Botschaft zu meiden, sagt die Sprecherin. Am Freitag hatten aufgebrachte Demonstranten die Botschaft gestürmt und in Brand gesetzt.

Stefan Niemann (ARD) zum Abzug des Botschaftspersonals in Tunesien
tagesschau 16:15 Uhr, 16.09.2012

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Auch USA räumen Botschaften

Zuvor hatten bereits die USA angekündigt, ihre diplomatischen Vertretungen in mehreren arabischen Ländern teilweise zu räumen. So soll das Personal in den Botschaften im Sudan und in Tunesien reduziert werden. Lediglich eine Notbesetzung soll vor Ort bleiben. Zugleich warnte das US-Außenministerium die US-Bürger vor "allen Reisen nach Tunesien zum jetzigen Zeitpunkt". Wegen der "anhaltend kritischen" terroristischen Bedrohung wurde auch vor Reisen in den Sudan gewarnt.

Offenbar rechnet US-Präsident Barack Obama nach den jüngsten anti-amerikanischen Ausschreitungen nicht mit einer schnellen Beruhigung der Lage im Nahen Osten. Das Weiße Haus gehe davon aus, dass die gewaltsamen Proteste, bei denen auch vier US-Diplomaten getötet wurden, zu einer "anhaltenden Krise mit unvorhersehbaren diplomatischen und politischen Konsequenzen" führen könnten, heißt es in einem Bericht der "New York Times".

Die USA begannen bereits, ihre Militärpräsenz in der Region zu verstärken. Das US-Verteidigungsministerium entsandte Marineinfanteristen in den Sudan, um die dortigen Einrichtungen zu schützen. Auch nach Libyen und in den Jemen wurden Soldaten geschickt.

USA ziehen Botschaftsmitarbeiter in Tunesien und Sudan ab
tagesschau 20:00 Uhr, 16.09.2012, Stefan Niemann, ARD Washington

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Islamische Gelehrte rufen zur Besonnenheit auf

Unterdessen haben führende islamische Gelehrte die Muslime in der Welt zu Besonnenheit aufgerufen. In Saudi-Arabien richtete sich der Vorsitzende des Obersten Rates der Religionsgelehrten, Scheich Abdulasis bin Abdullah al Scheich, an die Gläubigen. Wer seinem Zorn nachgebe, mache sich letztlich nur zum Erfüllungsgehilfen der Urheber des Hassvideos, erklärte der Groß-Mufti. Auch der einflussreiche Großscheich der Al-Ashar-Universität in Kairo, Ahmed al Tadscheb, mahnte seine Glaubensbrüder zur Ruhe. Zugleich forderte er eine UN-Resolution, die Blasphemie ächtet, um solche Ausschreitungen künftig zu verhindern.

Stand: 17.09.2012 03:01 Uhr

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