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Gewaltsame Proteste an der deutschen Botschaft in Karthum

Nach Angriff auf Vertretung im Sudan

Berlin zieht Botschaftspersonal teilweise ab

Proteste in Sudan
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Aufgebrachte Demonstranten hatten am Freitag die deutsche Botschaft in Khartum angegriffen und in Brand gesteckt.

Nach dem Angriff radikaler Muslime auf die deutsche Botschaft im Sudan zieht die Bundesregierung einen Teil der Mitarbeiter ab. Das Personal in der Hauptstadt Khartum werde ausgedünnt, teilte das Auswärtige Amt mit. Zudem würden zusätzliche Sicherheitskräfte entsandt. Derzeit sei die Lage zwar gespannt, aber ruhig, erklärte eine Sprecherin. Die Reisehinweise für das Land wurden verschärft. Es werde zu besonderer Vorsicht geraten und empfohlen, den Bereich um die deutsche Botschaft zu meiden, sagt die Sprecherin.

Am Freitag hatten aufgebrachte Demonstranten die Botschaft gestürmt und in Brand gesetzt. Sie ist derzeit geschlossen. Islamische Gruppen haben für heute zu weiteren Demonstrationen gegen aufgerufen. Außenminister Guido Westerwelle forderte die sudanesische Regierung in scharfer Form auf, den Schutz diplomatischer Einrichtungen zu gewährleisten. "Ich erwarte vom Sudan, dass er die Integrität unserer Botschaft und die Sicherheit unserer Landsleute in vollem Umfang garantiert", sagte der FDP-Politiker der "Welt am Sonntag". "Dass unsere Botschaft trotz vorheriger Aufforderung nicht ausreichend geschützt wurde, können wir nicht akzeptieren."

Stefan Niemann (ARD) zum Abzug des Botschaftspersonals in Tunesien
tagesschau 16:15 Uhr, 16.09.2012

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Auch USA räumen Botschaften

Zuvor hatten bereits die USA angekündigt ihre diplomatischen Vertretungen in mehreren arabischen Ländern teilweise zu räumen. So soll das Personal in den Botschaften im Sudan und in Tunesien ausgedünnt werden. Lediglich eine Notbesetzung soll vor Ort bleiben. Zugleich warnte das US-Außenministerium die US-Bürger vor "allen Reisen nach Tunesien zum jetzigen Zeitpunkt". Wegen der "anhaltend kritischen" terroristischen Bedrohung wurde auch vor Reisen in den Sudan gewarnt.

Offenbar rechnet US-Präsident Barack Obama nach den jüngsten anti-amerikanischen Ausschreitungen nicht mit einer schnellen Beruhigung der Lage im Nahen Osten. Das Weiße Haus gehe davon aus, dass die gewaltsamen Proteste, bei denen auch vier US-Diplomaten getötet wurden, zu einer "anhaltenden Krise mit unvorhersehbaren diplomatischen und politischen Konsequenzen" führen könnten, heißt es in einem Bericht der "New York Times".

Die USA haben bereits damit begonnen, ihre Militärpräsenz in der Region zu verstärken. Das US-Verteidigungsministerium entsandte Marineinfanteristen in den Sudan, um die dortigen Einrichtungen zu schützen. Auch nach Libyen und in den Jemen wurden Soldaten geschickt.

USA ziehen Botschaftsmitarbeiter in Tunesien und Sudan ab
tagesschau 20:00 Uhr, 16.09.2012, Stefan Niemann, ARD Washington

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Aufruf zu weiteren Angriffen

Unterdessen rief die radikalislamische Hisbollah zu weiteren Protesten auf. In einer Fernsehansprache sagte ihr Führer, Scheich Hassan Nasrallah, die USA müssten zur Verantwortung gezogen werden. Er forderte seine Anhänger auf, nicht nur ihren Ärger auf US-Botschaften zu richten, sondern ihre Regierungen zum Handeln aufzurufen. Diese müssten darauf dringen, dass der Prophet Mohammed und der Koran auf der ganzen Welt respektiert würden.

Eine im Jemen ansässige Unterorganisation von Al Kaida erklärte, die Angriffe in den vergangenen Tagen seien die "natürliche Antwort auf eine enorme Beleidigung" gewesen und bezog sich damit auf den islamfeindlichen Film, der die Proteste ausgelöst hatte.

Zudem rief die Terrororganisation die Muslime in den westlichen Ländern auf, auch dort Schlüsseleinrichtungen der jeweiligen Staaten anzugreifen. Einen Aufruf zu Protesten verbreiteten auch die pakistanischen Taliban. Sie begründeten dies damit, dass weltweit zunehmend Symbole des Islam beleidigt würden.

Al Kaida ruft zur Gewalt gegen US-Botschaften auf
P. Steffe, ARD Kairo
15.09.2012 17:23 Uhr

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Islamische Gelehrte rufen zur Besonnenheit auf

Unterdessen haben führende islamische Gelehrte die Muslime in der Welt zu Besonnenheit aufgerufen. In Saudi-Arabien richtete sich der Vorsitzende des Obersten Rates der Religionsgelehrten, Scheich Abdulasis bin Abdullah al Scheich, an die Gläubigen. Wer seinem Zorn nachgebe, mache sich letztlich nur zum Erfüllungsgehilfen der Urheber des Hassvideos, erklärte der Groß-Mufti. Auch der einflussreiche Großscheich der Al-Ashar Universität in Kairo, Ahmed al-Tajeb, mahnte seine Glaubensbrüder zur Ruhe. Zugleich forderte er eine UN-Resolution, die Blasphemie ächtet, um solche Ausschreitungen künftig zu verhindern.

Stand: 17.09.2012 01:28 Uhr

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