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Proteste gegen Film

Nach Ausschreitungen wegen islamfeindlichen Films

Al Kaida ruft zu neuer Gewalt auf

Nach den Ausschreitungen in Teilen der muslimischen Welt haben radikale Gruppen zu weiteren Angriffen auf Botschaften und Einrichtungen der USA aufgerufen.

Eine im Jemen ansässige Unterorganisation von Al Kaida erklärte, die Angriffe in den vergangenen Tagen seien die "natürliche Antwort auf eine enorme Beleidigung" gewesen. Die Terrororganisation bezog sich damit auf den islamfeindlichen Film, der die Proteste ausgelöst hatte. Daher sei es angebracht, "die Botschaften Amerikas aus muslimischen Ländern rauszuwerfen", hieß es in der im Internet verbreiteten Erklärung.

Neue Unruhen in islamischer Welt nach Anti-Islam-Flim
tagesschau 20:00 Uhr, 15.09.2012, Matthias Ebert, ARD Kairo

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Der jemenitische Al-Kaida-Zweig, der von den USA als der gefährlichste eingestuft wird, rief zudem die Muslime in den westlichen Ländern auf, auch dort Schlüsseleinrichtungen der jeweiligen Staaten anzugreifen. Einen Aufruf zu Protesten verbreiteten auch die pakistanischen Taliban. Sie begründeten dies damit, dass weltweit zunehmend Symbole des Islam beleidigt würden.

In den USA vernahmen derweil Beamte der US-Behörde für Bewährungsstrafen den mutmaßlichen Urheber des islamfeindlichen Mohammed-Films.

USA verstärken Militärpräsenz

US-Präsident Barack Obama bekräftigte, das amerikanische Volk habe tiefen Respekt für Menschen aller Glaubensrichtungen. Es gebe aber "keine Entschuldigungen für die Angriffe auf unsere Botschaften und Konsulate." Das US-Verteidigungsministerium entsandte Marineinfanteristen in den Sudan, um die dortigen Einrichtungen zu schützen. Bereits zuvor waren Marines nach Libyen und in den Jemen geschickt worden.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle forderte die Regierungen in den islamischen Ländern auf, deutsche Botschaften effektiv vor gewaltbereiten Demonstranten zu schützen. Sollte ihnen das nicht gelingen, dann werde er "ganz sicher über weitreichende Konsequenzen entscheiden".

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Proteste gegen Mohammed-Film

Proteste in Sudan

Die brennende deutsche Botschaft in Khartum. Rund 5000 Menschen protestierten in der sudanesischen Hauptstadt gegen den islamkritischen Schmäh-Film "Innocence of Muslims". (Foto: AFP)

UNO verurteilt Ausschreitungen

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte derweil die jüngsten Angriffen auf diplomatische Vertretungen in mehreren muslimischen Ländern. In einer in New York veröffentlichten Erklärung hieß es, diplomatische Vertretungen seien von Natur aus friedlich.

Die Proteste in muslimischen Staaten halten seit Tagen an, heute blieb es dort bislang weitgehend ruhig. Demonstrationen gab es derweil auch in Australien. Vor dem US-Konsulat in Sydney kam es zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und etwa 200 Menschen, die gegen den anti-islamischen Film demonstrierten.

Al Kaida ruft zur Gewalt gegen US-Botschaften auf
P. Steffe, ARD Kairo
15.09.2012 17:23 Uhr

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Offenbar Racheakt in Afghanistan

In der südafghanischen Provinz Helmand griffen die Taliban den Militärstützpunkt Camp Bastion mit Minenwerfern, Panzerfäusten und Handfeuerwaffen an. Zwei US-Soldaten wurden dabei getötet, mehrere verletzt. Ein Sprecher der Taliban erklärte: "Das Ziel dieses Angriffs war Rache an den Amerikanern wegen des Films, der sich gegen den Propheten richtet."

Am Freitag war im Sudan auch die deutsche Botschaft angegriffen worden. Zum Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 waren am Dienstag bei einem Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi der amerikanische Botschafter und drei Mitarbeiter getötet worden. Ausschreitungen gab es auch in Kairo und Tunis.

Stand: 15.09.2012 17:10 Uhr

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