Seitenueberschrift

Brennende US-Flagge

Krawalle wegen islamfeindlichen Films

Gewalt der Muslime beunruhigt den Westen

Die USA haben angesichts der wütenden Proteste in arabischen Ländern ein Signal der Stärke verkündet. "Wir werden standhalten angesichts der Gewalt gegen unsere diplomatischen Missionen", sagte US-Präsident Barack Obama bei einer Trauerfeier für die beim Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi getöteten Diplomaten. Bei der Trauerfeier auf dem Luftwaffenstützpunkt Andrews betonte er: "Ihr Opfer wird niemals vergessen werden, wir werden diejenigen, die sie uns genommen haben, zur Rechenschaft ziehen."

Die Regierung werde weiterhin "alles in ihrer Macht" stehende tun, um US-Bürger im Ausland zu schützen, versicherte der Präsident. Gleichzeitig würden die USA weiter für Freiheit und Gerechtigkeit eintreten. US-Verteidigungsminister Leon Panetta sagte dem Magazin "Foreign Policy": "Wir müssen darauf vorbereitet sein, dass diese Demonstrationen außer Kontrolle geraten."

Filmemacher des Hassvideos taucht aus Angst vor Racheakten unter
tagesschau24 12:30 Uhr, 15.09.2012, Tina Hassel, ARD Washington

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

UN-Sicherheitsrat verurteilt Angriff auf Botschaften

"Auf das Schärfste" verurteilte der UN-Sicherheitsrat die jüngsten Angriffen auf diplomatische Vertretungen in mehreren muslimischen Ländern. In einer in New York veröffentlichten Erklärung hieß es, diplomatische Vertretungen seien von Natur aus friedlich. "Zu den zentralen Aufgaben von Diplomaten gehört es, ein besseres Verständnis zwischen Ländern und Kulturen zu fördern."

Angriff auf deutsche Botschaft nicht wegen des Films

Im Zuge der Proteste war am Freitag auch die deutsche Botschaft im Sudan angegriffen worden - nicht unvorbereitet und in erste Linie nicht wegen des islamfeindlichen Films. Die Mitarbeiter hatten mit Ausschreitungen gerechnet, denn seit Tagen hatten Imame zu Protesten vor der deutschen Botschaft aufgerufen. Sie hatten verbreitet, in Deutschland dürften Mohammed-Karrikaturen ungestraft gezeigt werden, wie ARD-Korrespondent Thomas Stephan berichtet.

Deutsche Botschaft in Sudan gestürmt
tagesthemen 21:45 Uhr, 14.09.2012, Thomas Stephan, SWR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Da die Botschaft freitags geschlossen ist, kam niemand zu schaden. Für morgen wurden neue Proteste vor dem Gelände angekündigt. Das Auswärtige Amt empfiehlt daher allen deutschen Staatsbürgern, die Umgebung zu meiden. Grundsätzlich sei derzeit bei Reisen in muslimische Länder Vorsicht geboten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteile die Angriffe auf die deutsche Botschaft in Khartum sowie auf US-Einrichtungen. Gewalt könne nie Mittel der politischen Auseinandersetzung sein, sagte sie. Auch dürfe religiöser Fanatismus nicht die Oberhand gewinnen. Außenminister Guido Westerwelle betonte in den tagesthemen: Das "Schmähvideo" sei eine "Beleidigung von vielen Millionen Menschen, aber auch dieses törichte und schreckliche Video rechtfertigt keine Gewalt".

Außenminister Guido Westerwelle im Gespräch mit Caren Miosga
tagesthemen 21:45 Uhr, 14.09.2012

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Tote und Verletzte nach Freitagsgebeten

Der Zorn über den in den USA entstandenen islamfeindlichen Film erfasste inzwischen Muslime in etwa 20 Staaten von Nordafrika bis Südostasien. Mindestens sechs Menschen kamen bei Ausschreitungen nach dem Freitagsgebet ums Leben, Dutzende wurden verletzt.

Aus der sudanesischen Hauptstadt Khartum wurden zwei Tote gemeldet. Im Libanon, wo seit Freitag Papst Benedikt XVI. zu Besuch ist, wurde mindestens ein Mensch getötet.

1/

Proteste gegen Mohammed-Film

Proteste in Sudan

Die brennende deutsche Botschaft in Khartum. Rund 5000 Menschen protestierten in der sudanesischen Hauptstadt gegen den islamkritischen Schmäh-Film "Innocence of Muslims". (Foto: AFP)

Auch in der ägyptischen Hauptstadt Kairo kam ein Demonstrant ums Leben, als die Polizei Tränengas gegen die aufgebrachte Menge einsetzte, nachdem sie in Richtung US-Botschaft zog. Auf dem Tahrir-Platz skandierten mehrere hundert Demonstranten: "Mit unserer Seele und unserem Blut werden wir dich rächen, unser Prophet." Präsident Mohammed Mursi rief im staatlichen Fernsehen zur Ruhe auf.

In Tunesiens Hauptstadt Tunis protestierten Tausende vor der US-Botschaft und lieferten sich Scharmützel mit der Polizei. Einige Demonstranten kletterten auf die Außenmauer und hissten eine schwarze Flagge mit dem islamischen Glaubensbekenntnis. Augenzeugen berichteten von schwarzem Rauch, der über der Botschaft gestanden haben soll und von mehreren Schüssen. Mindestens zwei Menschen sollen ums Leben gekommen sein, das Staatsfernsehen sprach gar von drei Toten.

Proteste gegen die USA nach Anti-Islam-Film breiten sich weiter aus
nachtmagazin 00:55 Uhr, 15.09.2012, Marie-Kristin Boese, SWR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Racheakt der Taliban

In der südafghanischen Provinz Helmand griffen die Taliban den Militärstützpunkt Camp Bastion mit Minenwerfern, Panzerfäusten und Handfeuerwaffen an. Zwei US-Soldaten wurden dabei getötet, mehrere verletzt. Ein Sprecher der Taliban erklärte: "Das Ziel dieses Angriffs war Rache an den Amerikanern wegen des Films, der sich gegen den Propheten richtet."

Während des Übergriffs befand sich auch der britische Prinz Harry in Camp Bastion, blieb aber unverletzt und befand sich nach Angaben eines NATO-Sprechers "niemals in Gefahr". Es werde nun geprüft, ob Harrys Anwesenheit ein Motiv für den Angriff gewesen sei. Die Taliban hatten jüngst mit einer Ermordung oder Entführung des Prinzen gedroht.

Stand: 15.09.2012 09:22 Uhr

Darstellung: